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Fehlende Bewegung Nur jeder neunte Deutsche lebt gesund

Bewegungsmuffel und wenig Gemüse auf dem Teller: Nur elf Prozent der Deutschen lebt einer Studie zufolge rundum gesund. Jeder Zweite ernährt sich nicht ausgewogen und Bewegung im Alltag nimmt ab.

08.10.2012 17:30
Wer raucht und Bewegung eher vom Zuschauen kennt, gehört zur ungesund lebenden Mehrheit der Deutschen. Foto: dpa

Das besagt der diesjährige Report der Deutschen Krankenversicherung (DKV) „Wie gesund lebt Deutschland?“. Demzufolge gibt es einen Negativtrend: Laut dem Report aus dem Jahr 2010 lebten noch 14 Prozent der Deutschen rundum gesund. Experten fordern deshalb mehr Aufklärung in der Bevölkerung.

Rundum gesund ist der Studie zufolge, wer sich ausreichend bewegt, ausgewogen ernährt, nicht raucht, Alkohol nur gelegentlich konsumiert und gut mit Stress umgeht. Das erfüllt nur jeder Neunte, lautet das Ergebnis. 3.032 Menschen im Alter ab 18 Jahren wurden für den Report befragt.

54 Prozent der Befragten bewegten sich demnach ausreichend, 2010 waren es noch 60 Prozent. Zudem habe der ungesunde Stress bei den Befragten um zwei Prozent auf 53 Prozent zugenommen. Dagegen waren bei der diesjährigen Befragung mehr Menschen Nichtraucher. Die Zahl stieg von 75 auf 78 Prozent.

Frauen leben gesünder als Männer

Frauen leben den Ergebnissen der Studie zufolge gesünder als Männer. 13 Prozent der weiblichen Befragten erfüllten die fünf Kriterien, unter den männlichen waren es lediglich neun Prozent. Zudem lebten ältere Menschen im gesamten Vergleich am gesündesten. In der Altersgruppe ab 65 lebten 17 Prozent rundum gesund.

Im Ländervergleich schnitt Mecklenburg-Vorpommern am besten ab. Hier lebten 18 Prozent der Befragten rundum gesund, Schlusslicht ist Baden-Württemberg mit neun Prozent. Für diese Bilanz zog das Zentrum für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule Köln, das die Umfrageergebnisse auswertete, auch Daten aus dem DKV-Report 2010 heran.

Aufklärung gegen Bewegungsmangel

DKV-Vorstandschef Clemens Muth und Sportwissenschaftler Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln warnen, der Negativtrend könne sich in Deutschland fortsetzen, und raten deshalb zu mehr Aufklärung in der Bevölkerung. Denn knapp 60 Prozent der Deutschen sind laut der Studie der Meinung, dass sie gesund oder sogar sehr gesund leben, sagt Ingo Froböse. Die Ergebnisse sprächen aber eine andere Sprache.

„Die Aufklärung gegen Übergewicht und Bewegungsmangel braucht gesellschaftlich den gleichen Stellenwert wie die Aids-Prävention“, fordert Clemens Muth. Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes und Rückenschmerzen seien Folgen des Lebensstils vieler Deutscher - damit stiegen zugleich die Kosten im Gesundheitswesen. Die DKV ist Teil der Ergo Versicherungsgruppe.

Ingo Froböse fordert, mehr Bewegungsräume im Alltag zu schaffen. „Wir gestalten unsere Umwelt im Zuge der Verkehrsoptimierung, aber nicht nach der Biologie.“ Oftmals sei es schon hilfreich, im Alltag die Treppe statt der Rolltreppe zu benutzen, sagt der Sportwissenschaftler. (dapd, dmn)

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