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Ernährung, Kosmetik Was bei Spätakne helfen kann

Pickelige Haut ist nicht bei allen Menschen auf die Pubertät beschränkt. Immer mehr Erwachsene, vor allem Frauen, leiden unter sogenannter Spätakne. Schuld daran können Hormone, Stress und unausgewogene Ernährung sein.

22.01.2014 17:30
Auch wer die Pubertät längst hinter sich hat, ist nicht vor Akne gefeit. Foto: dpa-tmn

Um die Augen zeichnen sich erste Falten ab, doch am Kinn sprießen die Pickel. Diesen Eindruck hat so manch bestürzter Erwachsener, wenn er in den Spiegel blickt. Jenseits der 30 blüht die Haut, Mitesser breiten sich aus. Spätakne nennen Experten das. „Immer mehr Menschen klagen über unreine Haut“, beobachtet Prof. Thomas Dirschka vom Bundesverband der Deutschen Dermatologen. Elena Helfenbein, Beautyexpertin des VKE-Kosmetikverbandes, bestätigt: „Jede vierte Frau zwischen 25 und 45 hat mit Spätakne zu kämpfen.“

Dass vor allem Frauen betroffen sind und auch diejenigen, die als Teenager nie Hautprobleme hatten, hängt laut Dirschka mit der Einnahme der Antibabypille zusammen. Deren hormonelle Wirkung verhindert, dass Poren verstopfen und sich entzünden. Wird das Medikament abgesetzt, kommt es zu einem Überschuss an männlichen Hormonen, auf die die Haarfollikel in der Haut sensibel reagieren.

Stress produziert männliche Hormone

Doch klagen auch Frauen über unreine Haut, die die Pille nie genommen oder nicht abgesetzt haben. Sie sollten sich ihren Lebenswandel genauer ansehen: Durch Stress werden vermehrt männliche Hormone sowie Stresshormone produziert, die die Talgdrüsen anregen.

Doch die Haut ist nicht nur der Spiegel der Seele, sondern des gesamten Innenlebens. „Wenn die Darmflora im Ungleichgewicht ist, etwa durch die Einnahme von Antibiotika oder unausgewogene Ernährung, kann die Haut ebenfalls blühen“, sagt Renate Donath vom Bundesverband Deutscher Kosmetiker/-innen. Eine holprige Verdauung zeige sich im Gesicht, denn die Ausscheidung laufe auch über die Haut.

Kosmetikerin erkennt die Ursachen

„Auch sehr reichhaltige Nacht- oder Anti-Age-Cremes können eine Ursache sein“, warnt Dirschka. Eine Kosmetikerin sollte die Haut im wahrsten Wortsinn unter die Lupe nehmen. „Sie erkennt die Ursachen und kann die passende Pflege empfehlen.“ Entzündungen gehören in die Hände eines Arztes, weil sie Symptome einer anderen Hautkrankheit sein können.

Bei einer nicht-entzündlichen Akne helfen die regelmäßige Ausreinigung bei der Kosmetikerin sowie die Pflege mit einer sogenannten liposomalen Lotion. Bei einer leichten bis mittelschweren Akne, unter der die meisten Frauen leiden, hat sich Azelainsäure bewährt, die als Creme oder Gel angeboten wird. Bei mittelschwerer Akne setzt der Arzt auch auf Cremes mit dem Vitamin-A-Säure-Abkömmling Retinoid. Es wird oft mit einer Creme kombiniert, die Benzoylperoxid als leichtes Antibiotikum enthält.

„Wichtig ist eine gute Reinigung“

Treten Pusteln und Knötchen auf, verordnet der Dermatologe auch ein Antibiotikum zum Einnehmen. „Es ist niedrig dosiert und reduziert den Grad der Entzündung“, erklärt Dirschka. So bekommt man die Akne in den Griff und arbeitet dann mit der Vitamin-A-Säure-Creme weiter.

Doch auch die Betroffenen können einiges tun. „Wichtig ist eine gute Reinigung“, sagt Donath. Sie rät zu Schaum, Gel oder Milch mit Weidenrindenextrakt, der die Poren zusammenzieht. Anschließend sollte die Haut mit einem Gesichtswasser ohne Alkohol geklärt werden.

Viel Gemüse und Obst, wenig Zucker

Vor allem mit der Ernährung kann oft eine Besserung erreicht werden. „Es ist erwiesen, dass eine Ernährung mit vielen Milchprodukten und Kohlenhydraten bei Aknepatienten ungünstig ist“, sagt Dirschka. Gemüse und Obst sollten auf dem Speiseplan stehen, hingegen wenig Zucker. Das hilft gegen Unreinheiten. (dpa)

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