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Interaktiver Seziertisch Virtuelle Leichen

An der Uni in Heidelberg können Medizinstudenten jetzt an interaktiven Seziertischen mit multifunktionalen virtuellen Leichen üben. Sie können verschiedene Krankheitsbilder abbilden. Ohne die echten Leichen geht es aber noch nicht.

06.02.2013 12:18
Alice Ahlers
Mit dem Finger können die angehenden Ärzte den virtuellen Körper drehen. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Angehende Mediziner können jetzt an einem interaktiven Seziertisch studieren. In den Präpariersälen des Instituts für Anatomie der Universität Heidelberg stehen seit kurzem zwei High-Tech-Geräte. Sie zeigen die lebensgroße, dreidimensionale Darstellung eines Menschen. Mit dem Finger lässt sich der virtuelle Körper drehen, quer oder längs schneiden, Gewebsschichten entfernen, Organe von allen Seiten betrachten und einzelne Bereiche vergrößern. Die Studenten können die verschiedenen Organe isoliert oder mit anderen Strukturen zusammen anschauen.

Nur zur Ergänzung

Echte Leichen kann der Computer aber noch nicht ersetzten. Die virtuellen Leichen sind nur eine Ergänzung zum Präparieren von toten Körpern. Daten der 3D-Computertomographie von Körperspendern, die seziert werden sollen, werden auf den virtuellen Tisch überspielt. „Ich zeige anhand der 3D-Aufnahmen meiner Demonstrations-Leiche, worauf es bei der realen Präparation am Nachbartisch ankommt,“ sagt Sara Doll, präparationstechnische Assistentin der Fachrichtung Medizin. „Die Studenten können direkt zwischen CT-Aufnahme und Situation im Körper vergleichen, das prägt sich besonders gut ein und ist später nicht mehr möglich.“

Darüber hinaus sind CT-Aufnahmen von Menschen mit verschiedenen Erkrankungen abrufbar. So lernen die Erstsemester am dreidimensionalen Modell bereits krankhafte Veränderungen wie Tumoren kennen, die an den Leichen selten zu sehen sind oder weggeschnitten werden.

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