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Gesundheitsreport der DKV Deutschland sitzt sich krank

Der Gesundheitsreport der DKV fällt ernüchternd aus: Ob im Beruf oder in der Freizeit – die Deutschen bewegen sich kaum. Am liebsten bleiben sie sitzen, Stunde für Stunde, Tag für Tag.

Büroangestellte am Schreibtisch
Wer zuviel sitzt, lebt ungesund (Symbolfoto). Foto: imago

Noch nie war das Ergebnis so niederschmetternd wie in dem aktuellen fünften Report der Deutschen Krankenkasse DKV unter Federführung von Prof. Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule Köln: Deutschland sitzt sich krank.

Die Besserverdienenden schaffen das locker im Büro, alle anderen holen sich ihr Sitzfleisch zu Hause vor Fernseher und Computer. Allen gemeinsam ist: Auch fern des Arbeitsplatzes und in der Freizeit wird ausgiebig gesessen: im Auto, in Bus und Bahn, mit Freunden im Restaurant, im Kino, im Theater, im Wartezimmer der Ärzte – die Liste wäre beliebig fortzuführen. „Das Ergebnis ist tragisch“, so Ingo Froböse, „und trotzdem passiert nichts, denn keiner scheint ein grundsätzliches Interesse daran zu haben, dass wir gesund bleiben. Geld verdient man nun mal mit Krankheiten.“

Wer gesund bleiben will, muss das selber in die Hand nehmen und sich entscheiden, ob er zu den zehn bis 15 Prozent gehören will, die sich regelmäßig bewegen oder zu den 85 Prozent, die sich wenig oder so gut wie gar nicht bewegen. Das Fazit der Studie: Der Stand der Bewegung sinkt auf den niedrigsten Wert seit 2010. Damals erfüllten immerhin noch 60 Prozent das Mindest-Soll gemäß den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO, die besagen: 150 Minuten pro Woche zur Arbeit oder einkaufen gehen, Treppen laufen, radeln, schwimmen, Wassereimer schleppen – was auch immer, nur nicht sitzen. Nicht minder ernüchternd sind die Ergebnisse auf den anderen Schwerpunktgebieten der Studie, die da wären: Regenerationsfähigkeit, Lärm und Einsamkeit.

Das Erstaunliche ist, dass sich den negativen Resultaten zum Trotz die Hälfte der Befragten als gesund einschätzt und sich auch so fühlt. In der Realität sind es magere neun Prozent im Vergleich zu noch elf Prozent in der 2016er Studie, die Stress, Alkohol, Rauchen, Ernährung und Aktivität in gesunder Balance halten.

Der Rest redet sich sozusagen gesund und leistungsfähig. Auch dann, wenn es rund 22 Prozent der 18- bis 29-Jährigen fast nie gelingt, frisch in den Tag zu starten. Das mag man vielleicht noch mit deren ausgeprägter Party- und Feierlaune begründen, doch bei den Älteren zieht das nicht mehr. Hier gilt: Je höher die Gehaltsstufe, desto schlechter die Regeneration. Elf Prozent schaffen es gar nicht, erholt in die neue Woche zu starten.

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