Lade Inhalte...

Gesundheitspolitik Union sagt Homöopathie den Kampf an

Ein Verbot der Kostenübernahme für homöopathische Medikamente ist in der Politik nicht mehrheitsfähig. CDU-Politikerin Heil hat eine andere Idee.

alternative medicine
Foto: filmfoto (iStockphoto)

Dass viele Krankenkassen die Kosten für homöopathische Medikamente übernehmen, ist Anhängern der Schulmedizin schon lange ein Dorn im Auge. Doch ein Verbot der Kostenübernahme ist in der Politik nicht mehrheitsfähig. 

Die CDU-Politikerin Mechthild Heil plädiert nun für einen anderen Weg, um die Homöopathie zurückzudrängen. Sie fordert, dass die verwendeten Substanzen künftig klar in deutscher Sprache benannt werden müssen. „Nur wer versteht, was konkret drin ist, kann sich damit auseinandersetzen“, sagt die bisherige Verbraucherschutzbeauftragte der Unions-Bundestagsfraktion. Heil setzt dabei offenbar auf eine Art Ekeleffekt, denn so würde offensichtlich, dass sich hinter dem Medikament „Blatta orientalis“ die Gemeine Küchenschabe verbirgt und „Excrementum caninum“ einfach Hundekot ist. 

Apothekenpflicht für homöopathische Mittel abschaffen

Die Unions-Politikerin plädiert außerdem dafür, zusätzlich die Apothekenpflicht für homöopathische Mittel abzuschaffen. Für die meisten der homöopathischen Präparate liege kein Nachweis der Wirksamkeit vor, es erfolge keine Zulassung mit klinischen Studien, sondern lediglich eine Registrierung. 

Der ausschließliche Verkauf in Apotheken erwecke aber den Anschein, es handele sich um wissenschaftlich anerkannte Alternativen zu schulmedizinischen Medikamenten, argumentiert sie: „Wir sollten dem durch eine klare Regelung entgegenwirken.“

Ob sich für diese Forderungen eine Mehrheit finden lässt, ist völlig offen. Die Homöopathie hat eine starke Lobby, auch in der Ärzteschaft. Die Befürworter lehnen deutsche Bezeichnungen ab. Ihr Argument: Die Substanzen seien so stark verdünnt, dass man die Moleküle des Ausgangsstoffes gar nicht mehr nachweisen könne.

Der Chef der Kassenärzte, Andreas Gassen, hat sich allerdings zuletzt klar dafür ausgesprochen, dass Krankenkassen grundsätzlich keine homöopathischen Leistungen mehr finanzieren dürfen. Denn es fehle jeglicher Nutzennachweis. Vertreter von Krankenkassen haben zudem eingeräumt, dass die Kostenübernahme eine reine Marketingmaßnahme sei. Der oft zitierte Placeboeffekt und damit eine Kostenersparnis treten nach ihren Angaben nicht ein, denn die Patienten griffen am Ende doch auf die Schulmedizin zurück.

Den im Informationsnetzwerk Homöopathie zusammengeschlossenen Medizinern, Apothekern und ehemaligen Homöopathen gehen Heils Forderungen indes nicht weit genug. Sie verlangen nicht nur eine deutsche Bezeichnung, sondern auch eine verständliche Erklärung. Als Beispiel führen sie das Mittel Malandrinum nosode an, auf Deutsch „Nosode der Pferdemauke“. Verständlich sei aber nur das: Ein Präparat, das aus einer bakteriell bedingten Hautentzündung in den Fesselbeugen des Pferdes gewonnen wird. 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum