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Zitrone des Nordens Was Sanddorn so gesund macht

Die rohen Beeren sind den meisten zu sauer, dabei sind sie wahre Nährstoff- und Vitaminbomben. Auch verarbeitet zu Saft, Konfitüre und Co. ist Sanddorn noch eine Bereicherung für den Speiseplan. Aber was macht ihn eigentlich so gesund?

03.01.2018 04:42
Von Pauline Sickmann, dpa
Saft und Marmelade
Sanddorn ist pur vom Geschmack her sehr gewöhnungsbedürftig. Die Beeren lassen sich aber zum Beispiel zu Saft oder Marmelade verarbeiten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Berlin(dpa/tmn) - Bei Vitamin C denken die meisten an Zitronen oder Orangen. Tatsächlich enthalten die unscheinbaren Früchte der Sanddornpflanze aber fast zehnmal so viel Vitamin C wie Zitrusfrüchte.

Die Pflanze trotzt nicht nur widrigen Witterungsbedingungen - sie stärkt auch die menschlichen Abwehrkräfte. Beliebt ist Sanddorn vor allem bei Vegetariern und Veganern. Denn die Früchte sind eines der wenigen Lebensmittel, die Vitamin B12 enthalten. Das müssen sie sonst durch Nahrungsergänzungsmittel ersetzen.

Sanddorn enthält laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zudem Fruchtsäuren, drei bis sieben Prozent Fett, Provitamin A, Vitamin E, Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium sowie sekundäre Pflanzenstoffe. „Sanddorn ist ein aktiver Virenhemmer und schützt unser Herz“, sagt Evemarie Löser, die gemeinsam mit ihrem Mann Frank ein Buch über Sanddorn geschrieben hat.

Wer frischen Sanddorn essen möchte, muss im Handel lange suchen. „Frische Beeren werden auch kaum roh gegessen. Sie schmecken fruchtig herb, färben stark ab und sind aufwendig zu ernten“, erklärt die Autorin. Viele der im Handel angebotenen Produkte seien aber genauso gesund wie die frischen Früchte.

In Deutschland wird Sanddorn vor allem in den östlichen Bundesländern angebaut, sagt Silvia Hinrichs. Sie ist Geschäftsführerin der Sanddorn Storchennest GmbH, die im Mecklenburgischen Ludwigslust auf 120 Hektar Sanddorn anbaut, erntet und vertreibt. Die Früchte werden zu Saft, Sirup, Senf, Gummibärchen oder Schnaps und auch zu Kosmetik verarbeitet.

Ursprünglich kommt Sanddorn aus dem Himalaya, hat sich aber nach der letzten Eiszeit vor 17 000 Jahren bis nach Europa ausgebreitet. Heute wird die „Zitrone des Nordens“ besonders häufig an den Küstengebieten der Nord- und Ostsee angebaut.

Wer selber Sanddorn ernten möchten, kann die Sträucher im Garten pflanzen - muss dafür aber genug Platz haben: Hippophae rhamnoides, so die lateinische Bezeichnung, wird bis zu fünf Meter hoch und vier Meter breit. Botanisch gesehen handelt es sich bei den Früchten übrigens nicht um Beeren, sondern um vom fleischigen Blütenboden umgebene Nüsse.

Wichtig ist, so das BZfE, die Früchte früh zu ernten, da sie zu Beginn der Reife am aromatischsten sind. Auch der Säure- und Vitamin-C-Gehalt ist dann am höchsten. Für die Ernte kann man die Beeren vorsichtig einzeln abdrehen oder abschneiden. „Das ist sehr mühsam“, sagt Evemarie Löser. Sie rät, gut besetzte Zweige abzuschneiden, vom Laub zu befreien, in handliche Stücke zu schneiden und mehrere Stunden zu frosten. Danach lösen sich die Beeren leicht vom Zweig.

Wer aus dem selbst geernteten Sanddorn Saft machen möchte, wäscht zunächst die Beeren und kocht sie dann mit Wasser und etwas Honig kurz auf. Anschließend filtert man den heißen Saft durch ein Passiertuch und füllt ihn ab. Auch eine Kürbissuppe und einen Smoothie kann man mit einem Schuss Sanddornsaft aufpeppen. Mit dem Mark der Früchte lassen sich Joghurt und Quark verfeinern. „Dann schmeckt der Sanddorn auch nicht mehr so intensiv“, sagt Hinrichs. „Ein Schnapsglas voll Direktsaft reicht schon aus, um von den gesunden Inhaltsstoffen zu profitieren.“ Viel mehr kann der Körper ohnehin nicht aufnehmen.

Literatur:

Evemarie und Dr. agr. Frank Löser: Der Sanddorn. Herkunft, Anwendung und Rezepte, Demmler Verlag, 128 Seiten, Euro 8,95, ISBN-13: 9783944102030

(Von Pauline Sickmann, dpa)

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