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Hafer, Haggis, Haddock Die Spezialitäten der schottischen Küche

Aberdeen Angus Rind, Stornoway Black Pudding, Arbroath Smokies, Scones und Shortbread: Es gibt eine Fülle von schottischen Spezialitäten. Bei vielen wissen Laien nicht mal ansatzweise, was es ist. Dennoch ist die schottische Küche einen Geschmackstest wert.

09.05.2018 11:10
Von Katja Wallrafen, dpa
Black Pudding
Stornoway Black Pudding wird aus Schafs-, Rinder oder Schweineblut und Hafermehl hergestellt. Foto: Paul Tomkins/Visit Scotland

Ob er vom schottischen Fremdenverkehrsamt bezahlt wird? „Natürlich nicht“, sagt Bob Ross. „Niemand muss mich bestechen, damit ich ein Loblied auf die schottische Küche singe.“ Für ihn ist der Fall klar: Schottland bietet das beste Essen der Welt.

Ross beginnt jeden Tag mit einer Portion Porridge, in Wasser und Salz gekocht. Das ist ein Energie-Booster für den in Kirkcaldy geborenen Musiker der Münchner Philharmoniker und Gründer des Ensembles „Blechschaden“. Seit mehr als 43 Jahren lebt der Schotte in Deutschland.

Auch wenn er hier viele Dinge schätzt, kann Ross nicht ganz auf die Kost aus seiner Heimat verzichten - allen voran Haggis. Er räumt ein, dass das schottische Nationalgericht gewöhnungsbedürftig ist. Dabei handelt es sich um eine Art herzhaften Pudding, wobei Fleisch, Haferflocken, Zwiebeln, Salz und Gewürze vermengt und traditionellerweise in einem Schafsmagen gekocht werden.

Auch Christian Mirus tischt Haggis auf. Der Berliner betreibt mit „Loch Ness“ einen schottischen Pub in Berlin-Steglitz und verwöhnt seine Gäste mit authentischer Pub-Küche. Burger, Fish'n Chips und schottische Fischsuppe gehören zu den absoluten Favoriten. „Schottische Küche ist für mich Hausmannskost in bestem Sinne. Aus dem, was Feld, Flur und Fluss zu bieten hatten, wurde dort seit jeher gut gekocht“, sagt Mirus.

Aus den Borders, der Grenzregion zu England, stammt „Hotchpotch“, ein Eintopf aus Lammfleisch mit unterschiedlichem Gemüse. Benannt nach dem Herd, auf dem es zubereitet wird, ist „Stovies“ ein Kartoffelauflauf, der traditionell mit Lammfleisch zubereitet wird. Zum kräftigen, wärmenden Eintopf gibt es ein Glas eiskalte Buttermilch. „Und Fisch spielt natürlich eine große Rolle“, sagt Christian Mirus.

Ein Star über Schottlands Grenzen hinaus ist geräucherter Schellfisch. „Arbroath smokie“ schmeckt am besten, wenn er noch warm verzehrt wird. Benannt nach einem Fischerort an der Ostküste, ist es ein gesalzener und über Hartholz geräucherter Schellfisch mit intensivem Geschmack. Schellfisch gut paniert mit Pommes ist wiederum ein Pub-Klassiker - wer „Real Scottish Haddock“ bestellt, dürfte kaum eine Enttäuschung erleben.

In Schottland werden in bestimmten Regionen einzigartige Käsesorten hergestellt - etwa der Ayrshire Dunlop-Käse, ein schottischer Hartkäse, dessen Ursprünge ins 17. Jahrhundert zurückgehen. Für den Orkney Scottish Island Cheddar wird ausschließlich pasteurisierte Vollmilch von Rindern verwendet, die mindestens sechs Monate auf den Weiden der Orkneys leben und die restliche Zeit in Ställen auf den Inseln gehalten werden. Einzigartig ist seine weiche, samtige Konsistenz.

Unschlagbar als gesunder Start in den Tag hat sich die schottische Frühstücksspezialität Porridge erwiesen. Nicht nur Bob Ross schätzt ohne Milch gekochten Hafer. Anna Schubert und zwei weitere Mitstreiter bringen Haferbrei richtig nobel auf den Tisch. Im „Haferkater“, von dem es drei Ableger in Berlin und einen in Köln gibt, kann man das Frühstück zum Mitnehmen kaufen. „Wir flocken Bio-Hafer frisch mit unserer hauseigenen Getreidemühle, anschließend rösten und kochen wir ihn nur mit Wasser und Salz. Er ist dann cremig wie Milchreis und bereit dazu, mit herzhaften oder süßen Toppings verfeinert zu werden“, erklärt Schubert.

(Von Katja Wallrafen, dpa)

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