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Allergien Bei Erdbeeren macht die Sorte den Unterschied

Münchner Wissenschaftler untersuchen das allergische Potenzial von Erdbeeren und Tomaten.

Erdbeeren nach der Ernte
Münchener Wissenschaftler erforschen das allergische Potenzial von Erdbeeren und Tomaten (Symbolbild). Foto: imago

Rot, knackig – und wenn sie gut sind – von intensivem Aroma: Erdbeeren und Tomaten gehören zu den beliebtesten Produkten aus der Obst- und Gemüseabteilung. Doch leider reagieren viele Menschen allergisch auf die beiden frischen Köstlichkeiten – insbesondere dann, wenn sie gleichzeitig unter einer Birkenpollenallergie leiden. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) haben nun herausgefunden, dass es von der jeweiligen Sorte abhängt, wie hoch das allergische Potenzial ist.

Symptome einer überschießenden Reaktion des Immunsystems auf Tomaten und Erdbeeren können Hautausschläge, tränende Augen und Schnupfen oder auch Bauchschmerzen sein. Häufig zeigen sich diese Beschwerden nur nach dem Verzehr von frischem Obst und Gemüse, während verarbeitete Produkte oft keine Probleme bereiten.

Hervorgerufen wird die Allergie durch verschiedene Proteine, die in Tomaten und Erdbeeren enthalten sind, vor allem durch solche, die dem Hauptallergen aus Birkenpollen ähneln. Frühere Studien ergaben bereits, dass es mehrere Proteine in Erdbeeren und Tomaten gibt, die zu allergischen Reaktionen führen können.

Die Münchner Wissenschaftler unter der Leitung von Wilfried Schwab vom Lehrstuhl für die Biotechnologie der Naturstoffe an der TUM wollten nun die verschiedenen Allergene genauer unter die Lupe nehmen. So wollten sie zum Beispiel herausfinden, ob der Gehalt je nach Größe und Form oder Wachstumszustand variiert, ob es einen Unterschied macht, ob das Obst und Gemüse konventionell oder biologisch angebaut wurde und ob die Art der Verarbeitung einen Einfluss nimmt.

Zu diesem Zweck untersuchten sie 23 verschiedenfarbige Tomatensorten und 20 Erdbeersorten von unterschiedener Größe, Form und Herkunft. Einige befanden sich im natürlichen Zustand, andere waren in der Sonne, im Ofen oder durch Gefrieren getrocknet worden.

Es stellte sich heraus, dass der Gehalt an Allergieauslösern sowohl bei Erdbeeren als auch bei Tomaten je nach Sorte stark schwankte. Außerdem, so Wilfried Schwab, habe sich die Annahme bestätigt, dass das allergieauslösende Protein hitzeempfindlich sei. Setzte man Tomaten und Erdbeeren während des Trocknens Hitze aus, so war ihr Allergiepotenzial geringer.

Die Anbaubedingungen hingegen hätten nur geringen Einfluss darauf genommen, wie allergen eine Tomate beziehungsweise Erdbeere war. Die Wissenschaftler sehen in ihren Forschungen einen Ansatzpunkt, um in Zukunft auch solche Tomaten- und Erdbeersorten züchten zu können, die bei Allergikern weniger starke Reaktionen auslösen.

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