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Die Warnsignale deuten Lässt sich ein Burn-out rechtzeitig abwenden?

Betroffene leiden unter Dauer-Stress, fühlen sich ständig müde und ausgebrannt. Doch kann man etwas tun, damit es gar nicht erst soweit kommt? Experten nennen Signale, die man nicht ignorieren sollte.

22.05.2015 15:34
Wer ständig müde ist und sich sogar nach dem Wochenende oder Urlaub nicht ausgeruht fühlt, hat Anzeichen für ein Burn-out. Foto: dpa

Es gibt Menschen, denen eine 80-Stunden-Woche oder ständig wachsender Druck wenig ausmachen. Andere fühlen sich durch beruflichen Stress und andere Herausforderungen so überfordert, dass sich nicht einmal in ihren Ferien richtig zur Ruhe kommen. Doch kann man einen Burn-out überhaupt vermeiden? Oder ist alles eine Frage, der genetischen Veranlagung?

Mit ihrem Forschungsprojekt zur „Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegen Stress und Burn-out“ gehen Mitarbeiter der Daimler und Benz Stiftung“ genau diesen Fragen nach.

In einer großen Studie mit rund 1500 Probanden konnten die Forscher nachweisen, dass nicht nur im ererbten Genmaterial Risikofaktoren für Depression oder Burn-out enthalten sein können. Auch Umwelteinflüsse können die Aktivität der Gene beeinflussen – positiv oder negativ.

Burn-out behandeln, bevor sich eine Depression entwickelt

„Es existieren zwischen verschiedenen Individuen große Unterschiede in der Fähigkeit, mit Stress umzugehen. Es ist deshalb von größter Wichtigkeit, schützende und gesundheitsfördernde Einflussfaktoren zu erkennen, um diese zu nutzen“, erklärt Projektleiter Martin Reuter, Professor für Differentielle und Biologische Psychologie an der Universität Bonn. „Burn-out erinnert in seinen Symptomen wie Antriebsarmut oder Affektverflachung an eine Depression. Es handelt sich jedoch vielmehr um einen Zustand, der zur Depression führen kann.“

Doch genau diese Ansicht ist unter Experten umstritten. Bisher ist das Krankheitsbild Burn-out noch gar nicht offiziell anerkannt und kann somit nur unter anderer Diagnose therapiert und mit den Krankenkassen abgerechnet werden. „Wir müssen deutlich früher und gezielter behandeln. Heute erhalten nur zehn Prozent der Patienten eine adäquate Therapie“, so Professor Martin Keck vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München.

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