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„Bulletproof Coffee“ Hilft Butter im Kaffee beim Abnehmen?

Butter schmieren sich die meisten aufs Brot. Wer im Trend liegen will, rührt sie jetzt in den Kaffee. Verfeinert mit etwas Kokosöl ist der leistungssteigernde und schlankmachende „Bulletproof Coffee“ fertig. Aber hält der Superkaffee, was er verspricht?

27.08.2014 16:42
Fetter Schlankmacher? Ein Stück Butter und Kokosöl gehören in den „Bulletproof Coffee“. Foto: dpa (Symbolbild)

Die Butter gehört aufs Brot? Falsch - neuerdings rührt man sie in den Kaffee. Dann noch ein Schuss Kokosöl dazu und der vermeintliche Zaubertrank ist perfekt. „Bulletproof Coffee“ nennt sich das Gemisch, das angeblich wundersame Kräfte haben soll: Laut Schöpfer Dave Asprey macht der „kugelsichere“ Kaffee nicht nur wacher und leistungsfähiger, sondern auch sehr satt - und lasse einen deshalb gleichzeitig abnehmen.

Sattmacher, Energielieferant und Appetit-Zügler?

Mithilfe des Gemischs, das er auf seiner Homepage nun als Wundermittel vermarktet, hat er angeblich 100 Pfund - also etwa 45 Kilogramm - verloren. Der Grund: Das Getränk soll so sattmachen, dass es das Frühstück ersetzt und den Appetit zügelt. Im Netz kursieren Blogeinträge, die von den sättigenden Qualitäten des Getränks berichten, das außerdem die kognitiven Fähigkeiten und die Konzentration steigere und den Energiehaushalt in die Höhe treibe.

In einem Jahr 68 Kilo verloren

Ob der Koffeinlieferant mit den ungewöhnlichen Zutaten schmeckt? Da ist die Netzgemeinde sich nicht einig: Während die einen den leichten Kokosgeschmack loben, beschweren sich andere über die fette sämige Konsistenz des Kaffees. Twitter-User Big Dave bezeugt jedenfalls die dünnmachenden Qualitäten des Drinks. Er habe mit der Methode innerhalb eines Jahres rund 68 Kilogramm verloren. In den USA ist längst ein neuer Trend ausgerufen und Prominente wie Schauspielerin Shailene Woodley schwören angeblich auf den fetten Schlankmacher.

Der Mythos vom „Superkaffee“

Doch was ist wirklich dran am „Superkaffee“? Das Urteil des Ernährungswissenschaftlers Harald Seitz: Die allseits beschworenen Superkräfte des Gemischs seien „Humbug“, so der Pressesprecher des  „aid infodienstes für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz“ in Bonn. Dass die enthaltenen Kohlenhydrate dem Gehirn seinen wichtigen Treibstoff Glukose liefern, sei schließlich klar, erklärt der Ernährungswissenschaftler.

Und: Wer sich die Butter anstatt aufs Brot in den Kaffee rühre, werde deswegen nicht gleich abnehmen, so der Ernährungswissenschaftler. „Es ist wie immer“, so der Experte: Es komme darauf an, was man danach noch zu sich nehme und wie viele Kalorien man insgesamt am Tag verbrauche. Ob man nun ein hochkalorisches Getränk runterspült oder ein Butterbrot frühstückt und dazu einen Kaffee trinkt, scheint also keinen großen Unterschied zu machen.

Auch mit dem Image des Super-Wachmachers räumt der Ernährungsexperte auf: Wenn man die Blogeinträge lese, könne man den Eindruck gewinnen, dass einige der Tester zum ersten Mal Kaffee trinken. Wer ohnehin einen hohen Kaffeekonsum habe, auf den habe das Getränk wohl nicht den gewünschten Effekt.

Butter im Tee ist eine alte Tradition

Und: Neu sei die Idee keineswegs. In einigen asiatischen Ländern hat eine ähnliche Variante laut Seitz eine lange Tradition. Die Sherpas im Himalaya etwa, die schwere Lasten tragen müssen, wenden die Methode schon länger an: Sie trinken Tee mit Butter. Dort hat Asprey auch das Grundrezept für seinen „kugelsicheren“ Kaffee her. Eine Sache muss man dem entzauberten Zaubertrank aber lassen: Seine Vermarktung klappt hervorragend. (rer)

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