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AOK-Studie Und ewig lockt die Couch

In vielen deutschen Familien kommt Bewegung laut einer Studie der AOK zu kurz. Entscheidend für körperliche Aktivitäten: die Wohnumgebung.

Studie: In vielen Familien kommt Bewegung zu kurz
Wenn es Möglichkeiten zur Bewegung in der Nähe gibt, werden sie auch genutzt. Foto: dpa

Grünflächen und Spielplätze vor der Haustür, gut ausgebaute Radwege sowie nahe gelegene Sportplätze und Schwimmbäder haben wesentlichen Einfluss auf die körperlichen Aktivitäten von Familien. Der aktuellen AOK-Familienstudie zufolge bewegen sich Kinder in einer attraktiven Wohnumgebung mit Grünanlagen und verkehrsberuhigten Bereichen statistisch an 3,8 Tagen pro Woche mindestens eine Stunde lang.

Fehlen Möglichkeiten zu Sport und Spiel im Wohnumfeld, halbieren sich die Aktivitäten auf zwei Tage pro Woche. Ähnliches gilt für Radwege: Ist ein gutes sicheres Wegenetz vorhanden, sind Eltern mit ihren Kindern im Schnitt an 1,6 Tagen pro Woche mit dem Rad unterwegs, sind dagegen keine Radwege vorhanden, sind es nur 0,9 Tage. Auch gut erreichbare Sportstätten heben das familiäre Aktivitätsniveau um mehr als 50 Prozent auf 1,1 Tage pro Woche, an denen Eltern und Kinder gemeinsam Sport treiben. 

„Den Kommunen kommt eine Schlüsselrolle für gesunde Bewegung und Ernährung von Kindern und Jugendlichen zu“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, während der Präsentation der der AOK-Studie, für die alle vier Jahre knapp 5000 Mütter und Väter befragt werden.

Zu wenig Bewegung

Neben den öffentlichen Bewegungs- und Sportangeboten nannte Landsberg die Essensangebote in Kitas und Schulen, die für die Gesundheit der Kinder förderlich sein sollten. Denn um die steht es nicht zum Besten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind rund 15 Prozent der drei- bis 17-Jährigen Mädchen und Jungen in Deutschland zu dick, gut sechs Prozent gelten als stark übergewichtig. Unter Erwachsenen ist das Problem noch deutlich ausgeprägter. Laut AOK-Studie wiegen 72 Prozent der befragten Väter deutlich zu viel, der Anteil der (stark) übergewichtigen liegt bei 50 Prozent.

Schlechterdings werden nicht nur kalorienreiche und ungesunde Ernährungsgewohnheiten „vererbt“, auch den Hang zum Coach-Potato geben Eltern an ihre Kinder weiter. Während sportliche Aktivitäten in der Freizeit für drei Viertel der normalgewichtigen Eltern selbstverständlich sind, nutzt nur gut die Hälfte der adipösen Eltern ihre Freizeit zu gemeinsamer körperlicher Betätigung. Unter dem Strich bewegen sich aber auch Kinder aus „sportlichen“ Elternhäusern zu wenig. Laut AOK erfüllen nur zehn Prozent aller Minderjährigen die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, sich mindestens eine Stunde pro Tag zu bewegen – einschließlich des Fußwegs zur Schule und des Sportunterrichts. Im Durchschnitt wird die Stundenvorgabe nur an 3,8 Tagen pro Woche erreicht. 

Dabei verbessert regelmäßige und ausreichende Bewegung nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Wohlbefinden. In Familien mit hohem Aktivitätsniveau sind knapp zwei Drittel der Kinder in aller Regel gut gelaunt, 82 Prozent haben keine Probleme mit dem Einschlafen. Demgegenüber liegt der Anteil gut gelaunter Kinder aus bewegungsarmen Familien bei nur 52 Prozent, zudem klagt knapp ein Viertel über Einschlafprobleme. 

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