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74.000 Todesopfer im Jahr Darum ist die Alkoholsucht so gefährlich

Keine Frage, gegen ein schnelles Feierabendbier mit Freunden ist nichts einzuwenden. Doch regelmäßiger Alkoholkonsum sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Aus dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht 2015 geht hervor, dass in Deutschland jährlich rund 74.000 Menschen an den Folgen von Alkohol-Missbrauch sterben.

26.05.2015 15:40
9,6 Liter reinen Alkohol trinken wir Deutsche durchschnittlich im Jahr. Foto: dpa (Symbolbild)

Ein Wochenende ganz ohne Alkohol? Für viele Menschen undenkbar. Ein Gläschen Bier oder Wein gehört einfach zu. Doch der häufige Griff zum Glas ist nicht ungefährlich. Rund 74.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen von Alkohol-Missbrauch. Etwa 1,77 Millionen Erwachsene bis 64 Jahren gelten als alkoholabhängig. Das geht aus dem Drogen- und Suchtbericht 2015 der Bundesregierung hervor.

Millionen Gehirnzellen sterben im Rausch

9,6 Liter reinen Alkohol trinken wir Deutsche durchschnittlich im Jahr. Ein konsequenter Verzicht auf Bier, Wein oder Schnaps – für die meisten undenkbar. Nur 3,6 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren gaben an, noch nie Alkohol konsumiert zu haben. Doch was tun, wenn der griff zur Flasche zur Sucht wird? Die Initiative„Alkohol? Kenn dein Limit“ warnt, dass sich Alkohol auf viele Bereiche des Körpers negativ auswirkt. Vor allem die Leber nimmt Schaden. Die häufigsten Folgen sind Verfettung und Verhärtung der Leber, was im Endstadium zur Leberzirrhose (Schrumpfleber) führt. Frauen sollten bedenken, dass die weibliche Leber Alkohol sehr viel schlechter abbaut.

Auch das Gehirn wird in Mitleidenschaft gezogen. Schon bei einem einzelnen Rausch sterben Millionen von Gehirnzellen ab. Bei häufigen Trinkgelangen nehmen zuerst die Gedächtnisleistung und das Konzentrationsvermögen ab. Später verliert man sein Urteilsvermögen und seine Intelligenz. Permanenter Alkoholmissbrauch führt sogar zu einem völligen geistigen Abbau.

Doch das ist längst nicht alles: Alkoholmissbrauch kann Auslöser für Krebserkrankungen der Leber, in Mundhöhle, Rachenraum und Speiseröhre, des Enddarms oder der (weiblichen) Brustdrüse sein. Auch das Risiko einer Herzmuskel-Erkrankung wird durch Alkohol deutlich erhöht.

Sogar die Psyche wird durch den Griff zum Glas angegriffen: Unzuverlässigkeit, Reizbarkeit, Unruhe, übertriebene Eifersucht, Ängste, Depressionen und sogar Selbstmordgedanken können die Folgen sein.

Immer mehr Menschen begeben sich deshalb in professionelle Hände. Der zweithäufigste Anlass für einen Klinikaufenthalt waren 2013 psychische Störungen durch Alkohol mit 338.204 Fällen.

Alkohol in der Schwangerschaft wird unterschätzt

Was viele Frauen unterschätzen: Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ist kein Kavaliersdelikt. Eine repräsentative Studie im Auftrag der Fachstelle für Suchtprävention Berlin zeigt, dass nur 56 Prozent der Teilnehmer bei der Frage „Wie kann sich Alkoholkonsum in der Schwangerschaft schlimmstenfalls auf das werdende Kind auswirken?“ wussten, dass Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zu lebenslangen schweren Behinderungen führen kann.

Die Folge: Allein in Deutschland kommen jährlich etwa 10.000 Babys mit alkoholbedingten Schädigungen (sog. fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) auf die Welt.

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