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1,6 Mio. Tote Die gefährlichen Folgen von zu viel Salz

Salz macht viele Gerichte erst schmackhaft, aber zu viel des Guten kann sehr gefährlich sein. Das ist das Ergebnis einer neuen US-Studie: Demnach sterben weltweit jährlich mehr als 1,6 Millionen Menschen an zu hohem Salzkonsum.

18.08.2014 15:52
Knabbereien enthalten oft viel Salz: bestes Beispiel sind Salzstangen. Foto: dpa (Symbolbild)

Keine Frage: Salz ist lebensnotwendig. Aber zu viel davon kann uns sehr gefährlich werden - das ist zumindest das Ergebnis einer neuen internationalen Studie: Demnach sterben weltweit jährlich mehr als 1,6 Millionen Menschen an zu hohem Salzverzehr. Die Wissenschaftler um Dariush Mozaffarian von der Harvard School of Public Health untersuchten Daten aus 66 Ländern - und können demzufolge Aussagen über etwa Dreiviertel der Weltbevölkerung treffen. Dabei stand im Fokus der Studie die Aufnahme von Natrium, da Speisesalz aus der Verbindung Natriumchlorid besteht.

Die US-Wissenschaftler verglichen 205 verschiedene Untersuchungen, denen sowohl Urinproben als auch Ernährungsanalysen zugrunde lagen. Außerdem untersuchten die Forscher anhand von 107 Studien die Auswirkungen von Natrium auf den Blutdruck. Sie erforschten auch, inwiefern ein zu hoher Blutdruck die Wahrscheinlichkeit erhöht, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

Großteil der Weltbevölkerung isst zu viel Salz

Das erschreckende Ergebnis: Rund 1,65 Millionen Menschen starben den Forschern zufolge schätzungsweise allein im Jahr 2010 an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, die durch zu hohen Natriumkonsum ausgelöst wurde. Außerdem alarmierend: Ein Großteil der Weltbevölkerung - nämlich 99,2 Prozent - überschreitet die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Ration von 2 Gramm Natrium pro Tag. Demnach lag die Natriumaufnahme weltweit bei durchschnittlich 3,95 Gramm pro Tag - das ist fast doppelt so viel wie die von der WHO empfohlene Tagesdosis.

Starke regionale Unterschiede

Dabei stießen die Forscher in ihrer im Fachmagazin „The New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Studie auf starke regionale Unterschiede: In Kenia etwa machten sie einen durchschnittlichen Natriumkonsum von lediglich 1,5 Gramm pro Tag aus, in Kasachstan lag der Wert dagegen sogar bei 6,1 Gramm täglich. Generell wird in den zentralasiatischen Ländern verhältnismäßig viel und in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara im Vergleich wenig Natrium konsumiert. Deutschland liegt mit 3,6 Gramm Natrium pro Tag zwar etwas unter dem weltweiten Durchschnitt, dennoch wird auch hierzulande deutlich zu viel Salz aufgenommen: 20995 Menschen starben der Untersuchung zufolge in Deutschland allein im Jahr 2010 an den Folgen einer zu hohen Natriumaufnahme. Bereits in einer früheren Studie hatte Wissenschaftler Mozaffarian auf die verheerenden Folgen eines zu hohen Salzkonsums aufmerksam gemacht.

Käse, Wurst und Brot enthalten viel Salz

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt, dass die Deutschen zu viel Salz konsumierten. Ausschlaggebend ist dabei jedoch nicht das Salz, das wir uns auf unser Frühstücks-Ei streuen: sondern bereits verarbeitete Lebensmittel wie Brot, Käse, Fleisch- und Wurstwaren, die besonders viel Salz enthalten. Gerade Produkte, bei denen der Mineralstoff zur Konservierung dient, wie beispielsweise Salami, weisen demnach besonders hohe Salzgehalte auf. Auch Knabbereien, Fertiggerichte oder Soßen enthalten oft viel Salz. Das BfR räumt in einer Presseinformation allerdings auch ein, dass eine salzreduzierte Ernährung nicht so leicht umzusetzen sei, da Salz in fast allen verarbeiteten Lebensmitteln vorkomme. Daher sollte dem Institut zufolge insbesondere der Salzgehalt in verarbeiteten Lebensmitteln verringert werden.

In geringen Mengen lebenswichtig

In geringen Mengen ist Salz für unseren Körper allerdings unabdingbar. Es ist an vielen elementaren Stoffwechselprozessen beteiligt: So wird etwa der Wasserhaushalt des Körpers durch Salz reguliert. Auch bei der Verdauung spielt es eine wichtige Rolle. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, Salz nur in Maßen zu konsumieren, insgesamt sollten Jugendliche und Erwachsene nicht mehr als sechs Gramm - also etwa ein Teelöffel - Kochsalz pro Tag zu sich nehmen. Auf die entscheidende Prise Salz in der Suppe müssen wir also auch künftig nicht verzichten. (rer)

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