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Braunschweig Streit an Kunsthochschule beendet

Studierende dürfen die Ateliers der HBK Braunschweig künftig bis Mitternacht nutzen. Das ist der Kompromiss nach langen Wochen des Protests.

Hochschule für Bildende Künste HbK Braunschweig
In Zukunft auch bis Mitternacht: An der Hochschule für Bildende Künste HbK Braunschweig sind die Ateliers nach einem Kompromiss zwischen Studierenden und Hochschulpräsidium nun länger geöffnet. Foto: imago

Am Ende steht ein Kompromiss. Knapp vier Wochen Tage lang hatten Studenten der Hochschule für Bildende Künste (HBK) in Braunschweig ein Ateliergebäude besetzt, um bessere Studienbedingungen für sich zu erstreiten. Die Protestgruppe hatte vor allem die Kommunikation der Hochschulleitung gegenüber den Studierenden bemängelt und forderte, besser in Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden.

Am Montagabend beendeten die Studenten die Besetzung, nachdem ihnen die Präsidentin der Hochschule, Vanessa Ohlraun, in ihren Forderungen entgegen gekommen war. In einer gemeinsamen Erklärung von Präsidium und Studierenden heißt es, dass nun gemeinsam „langfristige Lösungen für eine konstruktive zukünftige Zusammenarbeit an der HBK erarbeitet werden.“

Entzündet hatten sich die Proteste zu Beginn des Wintersemesters, als die Hochschulleitung die Öffnungszeiten des Gebäudekomplexes einschränkte, in dem die Studenten in Ateliers arbeiten können. Demnach blieben die Räume seit dem Wintersemester dieses Jahres an den Wochenenden sowie an den Abenden unter der Woche verschlossen.

Studierende erklärten das Gebäude als besetzt

Mit Semesterbeginn am 16. Oktober begannen die Studenten zu protestieren, einen Tag später erklärten sie das Gebäude auf dem Hauptcampus für besetzt. Ihre Kernforderung: Freies Arbeiten solle rund um die Uhr möglich sein. Genau das wollte die Protestgruppe aus etwa 80 Studierenden ihren Kommilitonen mit der Besetzung ermöglichen. „Wir haben vorgelebt, wie gut es laufen kann, wenn den Studierenden vertraut wird“, sagte der Sprecher der Protestgruppe Malte-Levin Behrens, nachdem die Besetzung beendet war. 

Daran aber hatte die Hochschulleitung offenbar zunächst gezweifelt. Sie begründete die Einschränkung der Öffnungszeiten damit, dass es in der Vergangenheit wiederholt zu Sachbeschädigungen und Lärmbelästigungen gekommen sei. Behrens sagte, Einzelfälle seien aufgebauscht worden. Er räumte aber auch ein: „Es läuft nicht immer alles rund: Ein Atelier ist ein sozialer Raum. Aber wir sind in der Lage, das zu klären.“

Der Kompromiss mit Hochschulpräsidentin Vanessa Ohlraun sieht nun vor, dass das Atelier-Gebäude sowie weitere Arbeitsräume auf dem Hauptcampus der Hochschule vorerst bis 24 Uhr geöffnet bleiben. Bei Problemen soll der Allgemein Studierendenausschuss (AStA) als erste Schlichtungsstelle dienen. 

Zufrieden zurücklehnen werde man sich deswegen nicht, sagte Malte-Levin Behrens, Sprecher der Protestgruppe. „Das Ziel ist, die Bedingungen weiter zu verbessern. Aber nicht gegeneinander, sondern miteinander.“ Man sei eine neue Generation von Künstlern, die nicht das Bild des exzentrischen Egomanen pflege. „Wir sind auf Kooperation aus. Wir wollen mitgestalten.“ Präsidentin Ohlraun habe den Studierenden glaubhaft versichern können, dass sie ebenfalls an diesem Miteinander interessiert sei.

Die Wissenschaftsministerin vermittelte in dem Konflikt

Obwohl die Proteste der Studierenden friedlich blieben, drohte die Stimmung kurz nach Beginn der Besetzung zu kippen. Die Hochschulleitung hatte mit einer Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs auf die Besetzung reagiert. Eltern der Studierenden forderten daraufhin in einer Petition, die Kriminalisierung des Hochschulprotests ihrer Kinder zu unterbinden. 

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