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Ausgewilderte Tiere Wisent in freier Wildbahn geboren

Zum ersten mal seit Jahrhunderten erblickt ein Wisent in freier Wildbahn das Licht der Welt. Die Leitkuh der im Rothaargebirge ausgewilderten Herde bringt nach Angaben von Artenschützern ein Kalb zur Welt.

21.05.2013 15:38
"Quintus" heißt das in Freiheit geborene Wisent-Kalb. Foto: dpa

Zum ersten mal seit Jahrhunderten erblickt ein Wisent in freier Wildbahn das Licht der Welt. Die Leitkuh der im Rothaargebirge ausgewilderten Herde bringt nach Angaben von Artenschützern ein Kalb zur Welt.

In Deutschland ist nach Angaben von Artenschützern erstmals seit Jahrhunderten wieder ein Wisent in freier Wildbahn zur Welt gekommen. Die Leitkuh der Anfang April im Rothaargebirge freigelassenen Herde habe schon am 5. Mai ein Kalb zur Welt gebracht, berichtete die Wisent-Welt Wittgenstein am Dienstag in Bad Berleburg (Kreis Siegen-Wittgenstein).

Der Nachwuchs sei „putzmunter“, sagte Ranger Jochen Born. Spaziergänger, die den scheuen Tieren zufällig begegneten, sollten aber besonderen Abstand halten, da die Mutter ihr Kalb abschirme und schütze. Als fünftes in dem Artenschutzprojekt geborene Tier bekam es den Namen „Quintus“. Vier Wisente waren zuvor noch in Gefangenschaft zur Welt gekommen. Neun Wisente leben nun in freier Wildbahn im Rothaargebirge. Eine weitere Herde lebt in einem Schaugehege.

Ihre in Freiheit lebenden Artgenossen hätten sich inzwischen einen Bereich von 2000 bis 2500 Hektar erschlossen, sagte Johannes Röhl von dem Trägerverein Wisent-Welt. „Sie lassen sich sogar etwas häufiger sehen als wir erwartet haben.“ Mehrfach hätten Mountainbiker oder Wanderer die Herde beim Äsen beobachten können.

Die Wisent-Welt überwacht die Herde mit wissenschaftlicher Unterstützung. Zwei der Tiere sind mit GPS-Sendern ausgestattet, so dass man ihre Bewegungen nachvollziehen kann. „Sie sind in Kreisen rund um die Auswilderungsfläche unterwegs“, sagte Röhl. Es gebe einige Täler, die die Herde als Futterflächen bevorzuge.

Früher waren Wisente in weiten Teilen Europas heimisch. Vor 90 Jahren wäre die Bison-Art fast verschwunden, es gab nur noch ein Dutzend Exemplare in Zoos und Wildgehegen. Heute gibt es wieder über 3000 Wisente. Mit bis zu drei Metern Länge und knapp zwei Metern Schulterhöhe können die Pflanzenfresser fast eine Tonne schwer werden. (dpa)

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