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Yusaku Maezawa „Was wäre, wenn Picasso zum Mond geflogen wäre?“

2. UpdateDas private Raumfahrtunternehmen SpaceX stellt den ersten zahlenden Kunden für einen Flug um den Mond vor: Der japanische Milliardär Yusaku Maezawa will „sechs bis acht Künstler“ mitnehmen und aus dem Flug ein Kunstprojekt machen.

So, oder so ähnlich, stellt sich SpaceX-CEO Elon Musk die Umrundung des Mondes mit einem Passagierraumschiff vor. Foto: afp

Elon Musk ist ein Freund großer Ankündigungen, die - wenn überhaupt - meist erst mit großer zeitlicher Verzögerung umgesetzt werden. Auch die neueste Ankündigung von SpaceX könnte in diese Kategorie gehören: Man habe einen Vertrag unterschrieben, dass man den ersten privaten Passagier um den Mond fliegen werde. Der Passagier werde an Bord der „Big Falcon Rocket“ (BFR) rund um den Erdtrabanten und wieder zurück fliegen, hieß es in der Ankündigung von SpaceX. Das sei ein „wichtiger Schritt dahin, normalen Menschen den Zugang zum All zu ermöglichen“.

In der Nacht zum Dienstag gab SpaceX dann in einem Webcast bekannt, dass es der japanische Milliardär Yusaku Maezawa ist, der auf die Reise um den Mond aufbrechen wird. I choose to go to the moon, sagte der 42-Jährige bei seiner Vorstellung in Anlehnung an das berühmte Zitat des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy. Der Japaner möchte sechs bis acht Künstler aus aller Welt mit auf seine Mission nehmen und so aus dem Flug das Kunstprojekt #dearMoon machen. Die Künstler sollten im Anschluss etwas kreieren und diese Meisterwerke werden den Träumer in uns allen inspirieren, so Maezawa. Die Mondumrundung ist für das Jahr 2023 geplant.

Yusaku Maezawa ist der Gründer von Zozotown, dem größten japanischen Online-Händler für Kleidung. Er verfügt laut Forbes über ein Vermögen von 2,9 Milliarden US-Dollar (2,48 Milliarden Euro). Maezawa ist auch als Kunstsammler bekannt. Welche Künstler er auf seine Reise mitnehmen will, stehe noch nicht fest, sagte der Japaner bei seiner Vorstellung. Sie sollten jedoch viele verschiedene Gebiete abdecken - unter anderem Malerei, Musik und Film. Was wäre, wenn Picasso zum Mond geflogen wäre? Oder Andy Warhol oder Michael Jackson oder John Lennon?“ Dieser Gedanke sei seine Inspiration für das Kunstprojekt, so Maezawa.

Es ist nicht das erste Mal, dass SpaceX einen bemannten Flug um den Mond ankündigt. Im Frühjahr 2017 kündigte Elon Musk an, bereits im Jahr 2018 zwei zahlenden Weltraumtouristen eine Reise zum Mond ermöglichen zu wollen. Die Mission solle etwa eine Woche dauern und die Astronauten in die Nähe des Mondes und bis zu 640.000 Kilometer weit hinaus ins All bringen, hieß es damals. Zwei Interessenten hätten bereits eine Anzahlung geleistet und sollten noch Gesundheits- und Fitnesstests durchlaufen, bevor die Namen und weitere Details veröffentlicht werden sollten. Das Projekt verlief dann jedoch im Sand: Im Februar verkündete Musk, dass SpaceX beschlossen habe, zuerst Menschen mit der BFR zu transportieren.

Die Rakete BFR, die in der Ankündigung erwähnt wurde, ist noch in Arbeit und es gab noch keine Testflüge. Allerdings hat SpaceX es geschafft, sich innerhalb von zehn Jahren vom Start einer kleinen Rakete bis zum Jungfernflug der Falcon Heavy“ weiterzuentwickeln, wie Elon Musk in seiner Ankündigung betont.

In der Mondflug-Ankündigung von 2017 hieß es noch, die Rakete „Falcon Heavy“ und die Crewkapsel Crew Dragon, die SpaceX für die Nasa baut, sollten die Passagiere zum Mond bringen. Die „Falcon Heavy“ hat mittlerweile ihren vielbeachteten Jungfernflug absolviert, doch die Crew Dragon“ ist bisher noch nicht getestet. Ein erster Testflug wird für Ende 2018 oder Anfang 2019 erwartet.

Fest steht, dass SpaceX seine Ziele bisher häufig nach hinten schieben musste. 2011 verkündete Elon Musk beispielsweise, dass sein Unternehmen mit Unterstützung der Nasa 2014 Menschen ins All transportieren werde. Bisher ist das noch nicht geschehen, doch mittlerweile befindet sich immerhin die Crewkapsel kurz vor dem ersten Testflug. Auch die Geschichte der „Falcon Heavy“ ist voller Verschiebungen: Erstmals sprach Musk 2011 über eine größere Rakete, die bereits 2013 starten sollte. Letztendlich wurde der Termin mehrfach verschoben - unter anderem wegen Problemen mit der „Falcon 9“-Rakete. Im Februar 2018 brach die erste „Falcon Heavy“ zu ihrem Jungfernflug auf - der prompt ein voller Erfolg wurde.

Yusaku Maezawa und seine Begleiter könnten die ersten Menschen sein, die sich seit der Einstellung des „Apollo“-Programms 1972 wieder dem Erdtrabanten nähern. Ob das 2023 passiert oder ob SpaceX den Termin erneut verschiebt, wird die Zeit zeigen.

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