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Wow-Signal Außerirdisches Signal stammt nicht von Aliens

Seit knapp 40 Jahren ist das Rätsel um das mysteriöse "Wow"-Signal ungelöst. Irdische Quellen schließen Forscher aus, außerirdische Zivilisationen dagegen nicht. Nun haben zwei Forscher womöglich die Lösung des Rätsels - und die hat nichts mit Aliens zu tun.

Ist da draußen jemand? (Symbolbild) Foto: REUTERS

Im August 1977 fing das "Big Ear"-Radioteleskop der Ohio State University ein Signal auf, das deutlich stärker war als das Hintergrundrauschen. Aus verschiedenen Gründen kam man zu dem Schluss, dass es sich um ein interstellares Signal - ein Signal, das weder von der Erde noch aus unserem Sonnensystem kommt - handeln muss. Es könnte ein Signal einer außerirdischen Zivilisation sein, aber auch etwas ganz anderes: In den 38 Jahren seit der Entdeckung des so genannten "Wow"-Signals - benannt nach einer handschriftlichen Notiz des Astronomen Jerry R. Ehmann - fand man nicht heraus, was dahinter steckte.

Auch war es nie wieder gelungen, das Signal zu finden - bereits ein Versuch drei Minuten nach dem mysteriösen Signal brachte keinen Erfolg. 20 Jahre nach seiner Entdeckung schrieb Ehmann in einem Aufsatz zum "Wow"-Signal, alle Möglichkeiten eines irdischen Ursprungs seien entweder ausgeschlossen worden oder unwahrscheinlich, wohingegen man einen außerirdischen Ursprung nicht habe ausschließen können. "Daraus muss ich schließen, dass eine außerirdische Intelligenz das Signal geschickt haben könnte", schrieb er, um gleich darauf zu erklären: Als Wissenschaftler erwarte er natürlich weitere Signale, die von vielen Wissenschaftlern analysiert werden. "Deshalb muss ich erklären, dass die Herkunft des Wow-Signals immer noch eine offene Frage für mich ist", so Ehmann weiter.

Doch nun könnte das Rätsel endlich gelöst sein: Die Wissenschaftler Antonio Paris und Evan Davies haben eine mögliche Erklärung für das mysteriöse Signal gefunden. Ein vorbeiziehender Komet könnte die Quelle gewesen sein. Sie haben gleich zwei Kometen im Verdacht: 266P/Christensen und P/2008 Y2 (Gibbs). Beide Kometen hätten sich zum Zeitpunkt der Entdeckung des "Wow"-Signals in unmittelbarer Nähe befunden, schreiben Paris und Davies in einem Paper für das Journal of the Washington Academy of Sciences, das das Center for Planetary Sciences zum Download anbietet.

Beide Kometen wurden erst nach 2006 entdeckt und seien daher bei der Suche nach dem Ursprung des Signals nicht berücksichtigt worden, so die Wissenschaftler. Sie erklären ihre Theorie so: Jeder aktive Komet - so auch 266P/Christensen und P/2008 Y2 (Gibbs) - sei von einer riesigen Wasserstoffwolke umgeben. Das "Big Ear"-Radioteleskop lauschte im Frequenzbereich von neutralem Wasserstoff und könnte die Wasserstoffwolke von einem der beiden - oder sogar beiden - Kometen aufgefangen haben, folgern Paris und Davies.

Doch einige Wissenschaftler sind skeptisch, wie der "New Scientist" berichtet. James Bauer vom Jet Propulsion Laboratory in Kalifornien glaubt etwa, das Signal wäre nicht so stark gewesen, wenn es von der Wasserstoffwolke eines Kometen stammen würde. Bald könnten Astronomen die Gelegenheit bekommen, die im Raum stehende Theorie zu überprüfen: der Komet 266P/Christensen wird am 25. Januar 2017 wieder in der Gegend vorbeiziehen, in der das "Wow"-Signal aufgefangen wurde. Ein Jahr später, am 7. Januar 2018 wird auch der Komet P/2008 Y2 (Gibbs) dort wieder auftauchen. "Dann hat die astronomische Gemeinschaft die Möglichkeit, Radioteleskope in die Richtung dieses Phänomens zu lenken, das Wasserstoffspektrum der beiden Kometen zu analysieren und die Hypothese der Autoren zu überprüfen", schreiben Paris und Davies.

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