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Wettlauf zum Mond Blue Origin plant Transportservice zum Mond

Das private Raumfahrtunternehmen Blue Origin will einen Transportservice zum Mond einrichten. Schon 2020 könnte es mit Hilfe der Nasa losgehen. Es scheint, als hätte die Regierung Trump einen neuen Wettlauf zum Mond losgetreten.

Mondlandung von "Apollo 11"
Buzz Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond, steht vor der US-Flagge auf dem Erdtrabanten. Warum die Flagge aussieht, als würde sie sich bewegen, ist leicht erklärt: Sie wurde durch eine Stange stabilisiert. Foto: Nasa

Mehr als vier Jahrzehnte lang hat kein Mensch mehr einen Fuß auf den Mond gesetzt. "Wir waren schon dort. Es gibt so viel mehr zu entdecken", erklärte der frühere US-Präsident Barack Obama, als er den Mond 2010 als Ziel für die amerikanische Raumfahrt ausschloss und stattdessen den Fokus der Nasa auf den Mars richtete.

Unter US-Präsident Donald Trump scheinen sich die USA nun doch wieder dem Mond zuzuwenden. Nachdem bekannt wurde, dass die US-Raumfahrtorganisation Nasa untersucht, ob bereits in den nächsten Jahren wieder Menschen zum Mond fliegen können, hatte sich zuerst das private Raumfahrtunternehmen SpaceX aus der Deckung gewagt und angekündigt, 2018 zwei Weltraumtouristen auf eine einwöchige Reise um den Mond zu schicken. Nun meldet sich das nächste private Unternehmen zu Wort.

Wie die "Washington Post" berichtet, plant Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos, eine Art Lieferservice für den Mond. "Es ist Zeit, dass die USA auf den Mond zurückkehren - es ist Zeit, zu bleiben", sagt Bezos, der auch Eigentümer der "Washington Post" ist. Ein sieben-seitiges Whitepaper mit seinem Vorschlag kursiert sowohl bei der Nasa als auch im Übergangsteam des US-Präsidenten. Blue Origin will demnach einen Mond-Lander bauen, der in der Lage sein soll, Ausrüstung für Experimente, Fracht und Unterkünfte für Astronauten zum Mond zu transportieren. Als Landeplatz hat sich Blue Origin den Shackleton-Krater am Südpol des Mondes ausgesucht. Dort gibt es Wassereis und beinahe dauerhaft Sonnenlicht - beides ist wichtig, um Energie und Treibstoff für die Rakete zu produzieren.

Im Gegensatz zur Nasa oder SpaceX will Blue Origin keine Menschen zum Mond bringen, sondern sich rein auf den Transport von Fracht konzentrieren. Dabei will das Unternehmen mit der Nasa kooperieren und drängt die Raumfahrtorganisation dazu, "Anreize für den privaten Sektor" zu schaffen. Mit Hilfe der Nasa könne Blue Origin ab frühestens Juli 2020 die erste Mond-Mission starten. "Ich bin bereit, mein eigenes Geld neben der Nasa zu investieren, um das zu realisieren", zitiert die "Washington Post" Jeff Bezos.

2015 sorgte Blue Origin für Aufmerksamkeit, als das Unternehmen aus dem Nichts heraus eine Rakete vorstellte, die nach der Landung wiederverwendet werden kann. Mit "New Shepard" sollen künftig Weltraumtouristen für eine kurze Zeit über die 100-Kilometer-Linie ins All gebracht werden. Eine vertikale Landetechnik wie die der "New Shepard" könnte Blue Origin auch auf dem Mond zum Einsatz bringen. "Blue Moon" könnte auf verschiedenen Raketen - dem "Space Launch System" der Nasa, der Atlas V von ULA oder der firmeneigenen "New Glenn" - zum Einsatz kommen, erklärt das Unternehmen in dem Whitepaper. "Bei Blue Moon geht es darum, kosteneffizient große Mengen auf die Mondoberfläche zu transportieren", zitiert die "Washington Post" Bezos. "Eine erste Siedlung auf dem Mond wird diese Fähigkeit brauchen."

Auch das Unternehmen Bigelow Aerospace will auf den Zug aufspringen: Ein Mond-Depot könnte bis Ende 2020 in Betrieb sein, stellt Firmenchef Robert Bigelow auf Twitter in Aussicht. Das Unternehmen testet derzeit ein aufblasbares Modul an der Internationalen Raumstation ISS.

Es scheint, als hätte Donald Trump einen neuen Wettlauf zum Mond losgetreten, noch bevor er sich selbst erstmals ausführlich zu seinen Raumfahrtplänen geäußert hat.

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