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Totale Mondfinsternis am 27. Juli 2018 Die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts

1. UpdateAm 27. Juli stehen Sonne, Erde und Mond in einer Reihe - das Ergebnis: eine totale Mondfinsternis. Wie man die Mondfinsternis am besten beobachtet und warum sie rekordverdächtig ist - die FR beantwortet die wichtigsten Fragen.

Totale Mondfinsternis
Der "Blutmond" vom Januar 2018, fotografiert auf den Philippinen. Am 27. Juli 2018 ist auch in Deutschland eine totale Mondfinsternis zu sehen. Foto: rtr

Der Mond fasziniert die Menschheit schon, seit man den Blick bewusst zum Himmel richtet. Mal nimmt er zu und ist so hell, dass er den Nachthimmel hell erleuchtet, dann nimmt er wieder ab und verschwindet sogar komplett. Dabei wandert er über den Himmel – in früheren Zeiten ein sehr mysteriöses Verhalten. Ganz so mysteriös ist der Erdtrabant heute nicht mehr, man weiß nicht nur, warum der Mond zu- und abnimmt und über den Nachthimmel zieht - man hat ihn sogar schon besucht. Bereits in den 60er und 70er Jahren wurde der Himmelskörper von mehreren US-Astronauten betreten, doch dann schwand das Interesse an dem Trabanten. Erst in den vergangenen Jahren ist er wieder in den Fokus der Raumfahrt gerückt.

Obwohl der Mond selbst schon längst kein Unbekannter mehr ist, sind Mondfinsternisse für viele Menschen trotzdem mystische Ereignisse. Dazu trägt wohl auch bei, dass sich der Mond bei einer totalen Mondfinsternis rot färbt - im Volksmund wird das Phänomen „Blutmond“ genannt.

Am 27. Juli 2018 wird die nächste totale Mondfinsternis aus Deutschland zu sehen sein. Sie ist mit einer Dauer von 103 Minuten die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts - und  liegt zeitlich auch noch besonders günstig für Beobachter in Deutschland. Wann kann man die totale Mondfinsternis sehen? Wie beobachtet man sie? Und was passiert bei einer totalen Mondfinsternis überhaupt? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was passiert bei einer Mondfinsternis?

Der Mond dreht sich um die Erde, die Erde dreht sich um die Sonne. Leuchten kann unser kosmischer Nachbar nur, wenn die Sonne ihn anstrahlt. Steht die Erde während eines Vollmonds zwischen Sonne und Mond, stört sie die Lichtzufuhr, ihr Schatten fällt auf den Mond und eine Mondfinsternis entsteht.  Bei einer totalen Mondfinsternis taucht der Erdtrabant komplett in den Kernschatten der Erde ein. Er verschwindet dann jedoch nicht komplett, sondern schimmert rot – daher der Begriff „Blutmond“. Passiert nur ein Teil des Erdschattens den Mond, entsteht eine partielle Mondfinsternis. 

Warum leuchtet der Mond bei einer totalen Mondfinsternis blutrot?

Um zu verstehen, wieso der Mond sich rot färbt, statt komplett zu verschwinden, muss man sich verdeutlichen, wie eine Mondfinsternis entsteht: Der Erdschatten fällt auf den Mond - blockiert jedoch nicht das komplette Sonnenlicht. Die Erdatmosphäre lässt langwellige rote Lichtstrahlen durch - und der Mond färbt sich rot. Dieses Phänomen kann man regelmäßig auch bei farbenprächtigen Sonnenauf- und -untergängen bewundern.

Wann ist die nächste Mondfinsternis in Deutschland zu sehen?

Am 27. Juli 2018 kann man in Deutschland zum nächsten Mal eine Mondfinsternis beobachten. Es handelt sich dabei um eine totale Mondfinsternis - und sie ist rekordverdächtig: Sie ist die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts und dauert vom Beginn bis zum Ende der Totalität 103 Minuten. Dazu kommt, dass sich der Erdschatten an einem Freitagabend vor den Mond schiebt – und das genau zur Primetime.

Zu welcher Uhrzeit ist die nächste Mondfinsternis in Deutschland zu sehen?

Die totale Mondfinsternis am 27. Juli 2018 könnte nicht besser liegen: An einem Freitagabend um 21:30 Uhr beginnt die totale Phase, die maximale Verfinsterung ist um 22:21 Uhr erreicht und erst um 23:13 Uhr ist die totale Phase beendet. Erst kurz vor Beginn der Totalität geht in Deutschland die Sonne unter. Kleiner Wermutstropfen: Wenn der Mond in Deutschland hoch genug steht, dass man ihn gut sehen kann, hat die Mondfinsternis bereits begonnen.

Zeitplan der Mondfinsternis am 27. Juli 2018 für Frankfurt:

19:14 Uhr: Der Erdschatten berührt den Mond, die Halbschattenfinsternis beginnt. Zu sehen ist das nicht - der Mond ist noch nicht aufgegangen.
20:24 Uhr: Der Mond tritt in den Kernschatten der Erde ein, die partielle Mondfinsternis beginnt. Auch das ist noch nicht zu sehen, weil der Mond noch nicht aufgegangen ist.
21:07 Uhr: Der Mond geht auf, er ist im Südosten über dem Horizont zu sehen.
21:30 Uhr: Die totale Phase der Mondfinsternis beginnt. Man sieht sie in Richtung Südosten.
22:21 Uhr: Die maximale Verdunklung des Mondes ist erreicht - man sieht im Südosten den roten „Blutmond“. Ein Stück tiefer sollte ein rötlicher „Stern“ zu sehen sein - es ist der Planet Mars.
23:13 Uhr: Der Schatten der Erde weicht vom Mond zurück.
00:19 Uhr: Der Mond tritt aus dem Kernschatten der Erde heraus, die partielle Mondfinsternis endet.
01:28 Uhr: Der Mond tritt auch aus dem Halbschatten aus - die Mondfinsternis ist komplett beendet.

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