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SpaceX Elon Musks ehrgeiziger Plan

1. UpdateSpaceX-Gründer Elon Musk will 2018 die ersten zahlenden Weltraumtouristen rund um den Mond schicken. Doch das Unternehmen ist dafür bekannt, Zeitpläne nicht einzuhalten, gerade erst wurden die ehrgeizigen Mars-Pläne verschoben. Gelingt es dieses Mal?

A SpaceX Falcon 9 rocket lifts off on a supply mission to the International Space Station from historic launch pad 39A at the Kennedy Space Center in Cape Canaveral
Eine "Falcon 9" bringt eine unbemannte "Dragon"-Kapsel zur ISS. In Zukunft soll die "Dragon 2" auch Astronauten zur ISS bringen, die Trägerrakete "Falcon Heavy" soll die Kapsel zum Mond und zum Mars bringen können. Foto: REUTERS

SpaceX-Chef Elon Musk ist ein Freund großer Ankündigungen. Im Frühjahr 2016 machte er mit dem ambitionierten Plan von sich reden, mit der Kapsel "Dragon 2" 2018 einen ersten unbemannten Flug zum Mars zu unternehmen. Bereits ab 2024 solle das "Interplanetary Transport System" von SpaceX Menschen zum roten Planeten bringen - ein Schritt hin zur "multiplanetaren Spezies", der großen Vision von Elon Musk. Doch vor nicht ganz zwei Wochen ruderte das Unternehmen zurück: Der erste geplante Flug zum Mars wurde auf 2020 verschoben, man wolle sich auf das Crew-Programm und die Trägerrakete "Falcon Heavy" konzentrieren, hieß es.

Nun sorgt SpaceX wieder einmal mit einer großen Ankündigung für Aufsehen: Bereits im kommenden Jahr werde das Unternehmen zwei zahlenden Weltraumtouristen eine Reise zum Mond ermöglichen, erklärt Elon Musk. Die Mission soll etwa eine Woche dauern und die Astronauten in die Nähe des Monds und bis zu 640.000 Kilometer weit hinaus ins All bringen. Zwei Interessenten hätten für die Reise rund um den Mond bereits eine Anzahlung geleistet und sollen noch in diesem Jahr Gesundheits- und Fitnesstests durchlaufen, bevor die Namen und weitere Einzelheiten veröffentlicht werden.

"Für die Menschheit ist das eine Möglichkeit, zum ersten Mal seit 45 Jahren wieder in die Tiefen des Alls vorzudringen", heißt es in der Mitteilung von SpaceX. "Sie werden schneller und weiter ins Sonnensystem vordringen als jeder andere vor ihnen." Auch weitere private Interessenten für Flüge um den Mond soll es bereits geben.

Für die Mission zum Mond plant SpaceX mit der - noch nicht getesteten - Trägerrakete "Falcon Heavy" und der Crewkapsel "Dragon 2". Die Rakete soll im Sommer ihren ersten Testflug absolvieren. Die Kapsel, die die Weltraumtouristen befördern soll, ist ebenfalls noch nicht getestet worden. Das Vorgängermodell "Dragon" wird derzeit eingesetzt, um Nutzlast zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen - für Astronauten ist die Kapsel nicht ausgelegt. "Dragon 2" soll im Rahmen des "Commercial Crew"-Programms der Nasa ab dem zweiten Quartal 2018 bis zu sieben Astronauten zur ISS transportieren. Wann der erste unbemannte Testflug der neuen Kapsel stattfindet, hat SpaceX bisher noch nicht bekanntgegeben.

Ob SpaceX die ehrgeizigen Termine einhalten kann, wird die Zeit zeigen. Bisher steht jedoch fest, dass das Unternehmen seine Ziele häufig nach hinten schieben musste. 2011 verkündete Elon Musk per Pressemitteilung, dass sein Unternehmen mit Unterstützung der Nasa 2014 Menschen ins All transportieren werde - bisher hat jedoch noch kein Astronaut die SpaceX-Raumschiffe betreten, um damit ins All zu reisen.

Vor knapp zwei Wochen äußerte das Government Accountability Office in den USA Sicherheitsbedenken, was die Raketen und Pläne von SpaceX angeht. Ihre Vermutung: Es könnte noch weitere Verzögerungen geben. "Wir empfehlen der Nasa einen Backup-Plan für den Transport von Astronauten zur ISS", schrieb die Behörde.

Sollte der Plan von Elon Musk und SpaceX dennoch aufgehen, wäre es das erste Mal seit 1972, dass Astronauten sich wieder dem Mond nähern. Das "Apollo"-Programm wurde 1972 eingestellt, seitdem hat kein Mensch mehr den Mond betreten. Doch das könnte sich ändern: Unter der Regierung von Donald Trump scheint der Mond als Ziel wieder in greifbare Nähe zu rücken.

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