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SpaceShip Two und Antares Raumfahrt ist nicht einfach

Die scheinbar mühelosen und fehlerfreien Starts von Weltraum-Missionen machen uns glauben, dass Raumfahrt einfach und sicher ist. Doch das Gegenteil ist der Fall: Raumfahrt ist nach wie vor brandgefährlich. Ein Kommentar.

Die Rakete "Antares" explodiert beim Start. Dabei wird auch der Raumtransporter "Cygnus" zerstört. Foto: AFP

Mal eben schnell als Weltraumtourist ins All fliegen, sicher und langfristig auch erschwinglich: Das ist die Vision von Milliardär Richard Branson, dessen „SpaceShip Two“ am vergangenen Freitag bei einem Testflug verunglückte, nachdem nur Tage zuvor die Rakete eines privaten Raumfahrtunternehmens beim Start explodiert ist.

Unglücke wie diese zeigen wieder einmal, dass Raumfahrt nicht so einfach und sicher ist, wie die scheinbar mühelosen und fehlerfreien Starts von Raumsonden und Meldungen über geglückte Missionen glauben machen. Sicher, die ISS wird seit Jahren ohne Unglücke betrieben, die Versorgung der Station im Erdorbit mit allem Nötigen wirkt routiniert und es tragen auch gleich mehrere Systeme (neben der gerade explodierten „Cygnus“ auch die russische „Progress“, „Dragon“ des Unternehmens SpaceX, der japanische Raumfrachter HTV und – bis vor kurzem – der ESA-Raumtransporter ATV) dazu bei. Auch der Transport der Astronauten zur ISS und zurück scheint regelmäßig ohne Probleme zu verlaufen.

Dazu kommen Nachrichten über amerikanische Rover auf dem Mars, ein chinesisches Gefährt auf dem Mond und eine europäische Raumsonde auf der Jagd nach einem Kometen – Raumfahrt scheint kinderleicht zu sein. Da vergisst man schnell, dass sie nach wie vor brandgefährlich ist und ein Unglück nicht nur jede Menge Geld verschlingen, sondern auch schnell Menschenleben fordern kann, wie die Unglücke mit den Space Shuttles "Challenger" (1986, sieben Tote) und "Columbia" (2003, sieben Tote) und auch der Absturz des "SpaceShip Two" (ein Toter, ein Schwerverletzter) zeigen.

Die beiden Unglücke der vergangenen Woche und auch der Fehlstart der Galileo-Satelliten vor einigen Monaten sollten uns wieder daran erinnern, dass Raumfahrt kein Alltagsgeschäft ist und dass Astronauten bei der Arbeit ihr Leben für die Wissenschaft riskieren.

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