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Sojus-Raumfahrtprogramm Sojus-Start nach Problem abgebrochen

1. UpdateEine russische Sojus-Raumkapsel soll zwei Astronauten zur ISS bringen. Doch der Start geht schief.

Start von bemanntem russischem Raumschiff fehlgeschlagen
Aufnahme der Sojus MS-10 Raumkapsel nach ihrem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur. Foto: dpa

Die russische Sojus-Kapsel gilt eigentlich als zuverlässig und sicher - doch nun wurde der Start einer solchen Kapsel im kasachischen Baikonur nach einem Problem abgebrochen. Es habe eine Anomalie an einem Booster gegeben, teilte die US-Raumfahrtorganisation Nasa in einem Statement mit.

Daher sei die Crew bereits kurz nach dem Start mit einem so genannten ballistischen Eintritt wieder auf der Erde gelandet. Bei einem ballistischen Eintritt ist der Eintrittswinkel spitzer als bei einer normalen Landung, sie wird dadurch deutlich härter. Den Astronauten an Bord - dem Amerikaner Nick Hague und dem Russen Alexej Owtschinin geht es nach Angaben der US-Raumfahrtorganisation Nasa jedoch gut.

Die Crew wurde in der kasachischen Steppe geborgen und soll zurück ins Sternenstädtchen bei Moskau gebracht werden, außerdem wurde bereits eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt. Es ist nicht der einzige Vorfall den die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos derzeit untersucht: Die Ermittlungen, wie ein Leck in die derzeit an die ISS angedockt Sojus-Kapsel gelangen konnte, ist noch nicht abgeschlossen. Für die russische Raumfahrt sind es derzeit keine guten Zeiten.

Auch für die internationale Raumfahrt könnte es kritisch werden: derzeit sind die Russen die einzigen, die Astronauten zur ISS und zurück befördern können. Es ist davon auszugehen, dass die bemannten Sojus-Starts vorübergehend gestoppt werden, bis der Grund für das Problem gefunden ist. Dann könnten der ISS bald die Astronauten ausgehen:  Derzeit befinden sich der deutsche Esa-Astronaut Alexander Gerst, seit Anfang Oktober Kommandant der ISS, die Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor und der Russe Sergey Prokopyev an Bord. Alle drei sollen die Raumstation laut Plan im Dezember wieder verlassen. Ob bis dahin wieder Astronauten zur ISS fliegen, wird sich zeigen.

In den USA rüstet man sich derzeit zwar für den ersten bemannten Flug zur ISS seit Einstellung des Shuttle-Programms, doch er soll erst im kommenden Jahr und auch erst nach einem unbemannten Test stattfinden. Dieser ist derzeit für Ende 2018 geplant - zu spät, um im aktuellen Fall Abhilfe zu schaffen.

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