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SETI 100 Millionen für Suche nach Außerirdischen

Der russische Unternehmer Juri Milner stellt 100 Millionen Dollar für die Suche nach außerirdischem Leben zur Verfügung. Die "Breakthrough Initiative" soll ein zehn Mal größeres Suchgebiet durchkämmen als es bisher der Fall war.

Radioteleskope lauschen in Südafrika - sie könnten auch Signale außerirdischer Intelligenz empfangen. Foto: REUTERS

Sind wir alleine im Universum? Oder gibt es jenseits unseres Sonnensystems intelligentes Leben? Diese Frage treibt die Menschheit seit Jahrhunderten um. Seit den 1960er Jahren sucht man Abschnitte des Himmels nach Radiosignalen ab, die von außerirdischen Zivilisationen ausgehen könnten. Die "Search for Extraterrestrial Intelligence" (SETI, Suche nach außerirdischer Intelligenz) konnte bis heute allerdings kein Nachweis erbringen, dass es in den unendlichen Weiten der Milchstraße und darüber hinaus intelligentes Leben gibt.

"Wir glauben, dass das Leben auf der Erde spontan entstanden ist. In einem unendlichen Universum muss es deshalb noch mehr Leben geben", erklärt der britische Astrophysiker Stephen Hawking bei der Vorstellung der "Breakthrough Initiative", die sich der Suche nach außerirdischem Leben engagieren will. 100 Millionen Dollar (etwa 92 Millionen Euro) will der russische Unternehmer und Internetinvestor Juri Milner für das Projekt zur Verfügung stellen, das auf der Website der Initiative als die "größte wissenschaftliche Suche nach intelligentem Leben außerhalb der Erde" bezeichnet wird.

Zwei der leistungsstärksten Radioteleskope der Welt - das Green-Bank-Observatorium in den USA und das Parkes-Observatorium in Australien - sollen zum Einsatz kommen. Das Programm soll über einen Zeitraum von zehn Jahren nach außerirdischen Signalen suchen und dabei ein zehn Mal größeres Suchgebiet durchkämmen als es bisher der Fall war.

Die gigantischen Datenmengen, die dabei anfallen, sollen offengelegt werden, die Software, die die Daten verarbeiten wird, soll "open source" und mit anderen Teleskopen kompatibel sein - so könnten weitere Teleskop in die Suche einsteigen. "Wir wollen die Herangehensweise des Silicon Valley in die Suche nach außerirdischem Leben einbringen", erklärt Initiator und Geldgeber Juri Milner. Er wolle die "Problemlösungskraft der sozialen Netzwerke nutzen", so Milner weiter.

Auch das Projekt SETI@home wird in die Suche eingebunden. Das Projekt stellt jedem Interessenten eine Software zu Verfügung, die die freien Kapazitäten des eigenen Computers nutzt, um Radiosignale auszuwerten, die zuvor von einem Radioteleskop empfangen wurden. Neun Millionen Freiwillige in aller Welt nehmen derzeit an dem Projekt teil und stellen ihre Rechnerkapazitäten für die Suche nach außerirdischem Leben zur Verfügung.

Die "Breakthrough Initiative" wird von renommierten Astronomen geleitet. Auch Frank Drake, einer der ersten Astronomen, der systematisch nach außerirdischem Leben gesucht hat und unter anderem SETI@home mit initiiert hat, ist mit an Bord. "Jetzt gerade könnten Nachrichten von den Sternen durch den Raum fliegen", erklärt er. "Die Suche nach intelligentem Leben ist ein großes Abenteuer. Und die Initiative gibt dem ganzen einen großen Schub."

Auch Stephen Hawking unterstützt das Projekt. "Die Initiative wird Früchte tragen", erklärt er bei der Vorstellung des Projekts. "Wenn eine Suche in dieser Größenordnung keinen Beweis für Intelligenz da draußen findet, wird das ein sehr interessantes Ergebnis sein." Das beweise dann allerdings nicht, "dass wir alleine sind", so Hawking. "Es wird aber die Wahrscheinlichkeit einschränken."

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