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Sandsturm auf dem Mars Kontakt zu Mars-Rover „Opportunity“ abgerissen

Ein heftiger Sandsturm auf dem Mars sorgt dafür, dass der Rover „Opportunity“ keine Sonnenenergie mehr tanken kann. Der Kontakt zum Steuerungsteam auf der Erde reißt ab.

Der Sandsturm verdunkelt die Sonne auf dem Mars. Das Bild ganz rechts simuliert die aktuelle Situation, in der sich "Opportunity" befindet. Foto: NASA/JPL-Caltech/TAMU

Sandstürme auf dem Mars sind selten, aber heftig. Sie entstehen in kurzer Zeit und können Wochen oder gar Monate andauern. Welches Ausmaß ein marsianischer Sandsturm annehmen kann und welche Auswirkungen das hat, erlebt das Team, das den Mars-Rover „Opportunity“ betreut, gerade sehr deutlich: Staubpartikel verdecken die Sonne und sorgen dafür, dass der Rover im Dunkeln steht und seine Batterien nicht mit Sonnenenergie aufladen kann. Die Folge: Der Kontakt zu dem fast 15 Jahre alten Forschungsgerät auf dem Mars ist am Dienstag abgerissen.

„Das Rover-Team operiert nun unter der Annahme, dass die Ladung der Rover-Batterien unter 24 Volt gefallen ist“, teilt die US-Raumfahrtorganisation Nasa mit. „Opportunity“ habe sich vermutlich in einen Modus begeben, in dem alle Systeme ausgeschaltet sind. Nur ein System sei noch aktiv, das den Computer des Rovers regelmäßig wecke, um zu prüfen, ob wieder ausreichend Energie vorhanden ist. „Erkennt der Computer, dass die Batterien nicht genug Ladung haben, wird er wieder in den Schlafmodus gehen“, so die Nasa. Die Experten gehen davon aus, dass der Rover mindestens noch einige Tage lang ohne Energie im Dunkeln ausharren muss.

Dauert der Sturm zu lange an und wird der Rover dabei zu kalt, könnte das die Mission ernsthaft gefährden. „Es gibt ein Risiko für den Rover“, heißt es bei der Nasa lapidar. Man geht davon aus, dass „Opportunitys“ Zwillingsrover „Spirit“ wegen anhaltender Kälte 2010 den Geist aufgab. Doch an ein ähnliches Schicksal für „Opportunity“ will man bei der Nasa noch nicht denken - immerhin hat sich der Rover seit seiner Landung 2004 als sehr robust erwiesen. Schon 2007 geriet der Rover in einen starken Sandsturm, der ihn zwei Wochen lang stark einschränkte. Mehrere Tage gab es keinen Kontakt zur Erde, um Energie zu sparen. Doch letztendlich meldete sich „Opportunity“ zurück und konnte wieder in Betrieb genommen werden.

Zuletzt hatten die Wissenschaftler am Sonntag Kontakt zu dem Rover. Das sei ein gutes Zeichen, hieß es damals bei der Nasa. Man werde den Rover genau beobachten. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Sturm eine Fläche von 18 Millionen Quadratkilometern bedeckt - fast die doppelte Fläche der USA. Mittlerweile ist der Sandsturm noch einmal deutlich größer geworden und nimmt 35 Millionen Quadratkilometer ein - etwa ein Viertel des roten Planeten.

Auch im Gale-Krater, wo der Rover „Curiosity“ sich befindet, ist der Sandsturm festzustellen. Das Team, das den Rover steuert, plant verschiedene Messungen, um zu dokumentieren, wie sich die Staubmenge in der Atmosphäre in den kommenden Tagen verändert. Dem Rover selbst kann der Sandsturm jedoch nichts anhaben: Im Gegensatz zu „Opportunity“ wird „Curiosity“ nuklear angetrieben und ist nicht auf Sonnenenergie angewiesen.

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