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Rosetta Philae Weiter kein Kontakt zu "Philae"

Das Mini-Labor "Philae" bleibt stumm, seit dem 9. Juli gibt es keinen Kontakt mehr zur Sonde auf der Oberfläche des Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko". Der bewegt sich unaufhaltsam weiter in Richtung Sonne - am 13. August wird das so genannte "Perihel" erreicht.

Grafische Darstellung: "Philae" auf der Oberfläche des Kometen Foto: ESA Medialab/AFP

Seit dem 9. Juli ist es ruhig geworden um den Kometen-Lander "Philae", der im November 2014 von der ESA-Raumsonde "Rosetta" auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" abgesetzt wurde. Nichts ist mehr zu hören von dem Mini-Labor, das den Kometen untersuchen sollte. Mehrere Kontaktversuche scheiterten, die an der Mission beteiligten Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zerbrechen sich den Kopf, woran es liegen könnte, dass man keinen Kontakt mit "Philae" bekommt.

Seit einigen Tagen gibt es jedoch eine logische Erklärung für einen Teil der "Sendepause": "Philae" nimmt über die Muttersonde "Rosetta" Kontakt mit der Erde auf. "Rosetta" kreist weiter um den Kometen und erforscht ihn aus einiger Entfernung. Seit Samstag untersucht "Rosetta" den südlichen Teil des Kometen - in dieser Gegend ist ein Kontakt mit "Philae" nicht möglich.

Die Forscher stecken in einem Dilemma: Sie wollen den Kometen ausführlich unter die Lupe nehmen und gleichzeitig möglichst oft versuchen, den Kontakt mit "Philae" zu ermöglichen. Das geht nicht immer beides gleichzeitig. Auf dem Weg zum sonnennächsten Punkt seiner Bahn (dem so genannten Perihel) wird "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" aktiver, "Rosetta" muss sich aus Sicherheitsgründen etwas weiter vom Kometen entfernen.

Die südliche Hemisphäre, die "Rosetta" derzeit erkundet, ist "rund um das Perihel sehr interessant", erklärt DLR-Mitarbeiter Koen Geurts in einem kurzen Video, das das DLR auf Twitter veröffentlicht hat. "Auch wenn in dieser Gegend eine Kommunikation mit "Philae" nicht möglich ist, freuen wir uns auf spannende Kometenwissenschaft", so Geurts weiter.

Am 13. August ist es so weit: Der Komet kommt der Sonne am nächsten. Die Entfernung beträgt dann allerdings immer noch etwa 185 Millionen Kilometer. Die Forscher wollen mit Hilfe von "Rosetta" beobachten, wie sich der Komet in der zunehmenden Wärme der Sonne verändert. Ideal wäre es, wenn auch "Philae" wieder mit der Erde kommuniziert und Daten direkt von der Oberfläche des Kometen liefern kann. Diese Daten waren zwar nicht eingeplant - "Philae" sollte ursprünglich an einer sonnigeren Stelle des Kometen landen und hätte dann bis zum Perihel längst nicht mehr funktioniert - wären aber ein positiver Nebeneffekt des ungeplanten, wesentlich schattigeren Landeplatzes von "Philae".

In etwa zwei Wochen wird "Rosetta" wieder Richtung Norden fliegen, erklärt Koen Geurts in seinem Video noch. Dann könnte auch die Kommunikation mit "Philae" wieder möglich sein - wenn das Mini-Labor reagiert.

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