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Rosetta Philae "Rosetta" beobachtet Perihel des Kometen

Die Raumsonde "Rosetta" beobachtet den Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko", der am frühen Morgen den sonnennächsten Punkt seiner Bahn - das Perihel - erreicht hat. Nun bewegen sich Komet und Sonde wieder von der Sonne weg. Um "Philae" machen sich die Forscher weiter Sorgen.

Rosettas Komet "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" wird in den Tagen vor dem Perihel aktiv. Foto: AFP

Vor gut einem Jahr, am 6. August 2014 hat die Raumsonde "Rosetta" den Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" erreicht. Seitdem umkreist sie den Kometen in unterschiedlichen Entfernungen - zwischenzeitlich näherte sich die Raumsonde der Kometenoberfläche bis auf sechs Kilometer, derzeit befindet sich "Rosetta" in einem sicheren Abstand von gut 300 Kilometern. Der Sicherheitsabstand ist auch notwendig: Je näher der Komet der Sonne kommt, desto aktiver wird er. Dabei stößt er Staubteilchen und Gase aus - mögliche Gefahren für "Rosetta".

Bereits Wochen vor der größten Annäherung an die Sonne (Perihel) wurde der Komet aktiver und schleuderte Gas und Staub ins All. Am 29. Juli - gut zwei Wochen vor dem Perihel - gelang es der Sonde, den bis dato gewaltigsten Gasausbruch aus einer Entfernung von 186 Kilometern zu fotografieren. Ein so genannter "Jet" schleuderte Kometenmaterial mit hoher Geschwindigkeit in den Weltraum, ein Instrument an Bord der Sonde "Rosetta" stellte gleichzeitig eine Änderung in der Zusammensetzung der Hülle um den Kometen fest. Außerdem habe der Ausbruch das Magnetfeld des Sonnenwindes für einige Zeit zurückgedrängt, teilte die Europäische Raumfahrtorganisation ESA mit.

Mittlerweile hat der Komet den sonnennächsten Punkt seiner Bahn, das Perihel, bereits überschritten: Um exakt 4:03 Uhr am 13. August war das Perihel erreicht. Obwohl "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" zu diesem Zeitpunkt immer noch einen Sonnenabstand von mehr als 185 Millionen Kilometern hat (zum Vergleich: die Erde ist rund 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt), dürfte es auf dem Kometen heißer sein als auf der Erde: Die maximale Temperatur soll bei rund 80 Grad Celsius liegen.

Aus einer Entfernung von etwa 327 Kilometern beobachtete "Rosetta", wie sich der Komet in der Hitze der Sonne verhält. Nach Angaben der ESA sei alles glattgegangen. "Es war kein spektakulärer Vorbeiflug", sagte ESA-Mitarbeiter Paolo Ferri.

Während "Rosetta" das Perihel gut überstanden hat, gibt es von Kometenlander "Philae" keine neuen Nachrichten. Das Mini-Labor, das von "Rosetta" auf der Oberfläche des Kometen abgesetzt wurde, ist derzeit das Sorgenkind der Mission. Seit dem 9. Juli gibt es keinen Kontakt mehr zu "Philae". "Das ist beunruhigend", erklärt Barbara Cozzoni, die an der "Philae"-Mission beteiligt ist. Während man in den vergangenen Wochen wegen "Rosettas" Position keinen Kontakt aufnehmen konnte, sei man nun wieder in einer Position, in der Kontakt möglich sein müsste. "Das ist noch nicht passiert", so Cozzoni. "Wir versuchen eine Lösung zu finden. Wir versuchen, "Philae" dazu zu bringen, uns wissenschaftliche Daten zu schicken", erklärt Cozzoni weiter.

Auch wenn die Kommunikation mit "Philae" momentan eingeschränkt ist: Für die "Rosetta"-Mission läuft es derzeit gut. Fest steht, dass die Raumsonde den Kometen weiter beobachten wird und ihn begleitet, wenn er sich nun wieder von der Sonne entfernt. Sechseinhalb Jahre wird es dauern, bis "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" wieder im Perihel ankommt - die "Rosetta"-Mission wird dann bereits lange beendet sein. Doch bis Ende 2016 wird die Raumsonde den Kometen noch begleiten, möglicherweise soll sie zum Abschluss ebenfalls auf dem Kometen landen.

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