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Rosetta Philae Komet "Rosetta" soll "Philae" suchen

Nach anfänglichem Bangen scheint nun klar: Die Forschungssonde "Philae" hat eine recht stabile Position auf dem Kometen, im Boden verankert ist sie allerdings nicht, ein Bein der Sonde ragt wohl nach oben. Mit Hilfe von "Rosetta" wollen die Forscher nun die genaue Position von "Philae" finden.

Eine erste Aufnahme des Instruments "CIVA" zeigt, dass "Philae" auf der Oberfläche des Kometen steht. Unten links ist ein Bein der Forschungssonde zu sehen. Foto: ESA/Rosetta/Philae/CIVA

Nach dem Jubel folgten am Tag der Landung der Forschungssonde "Philae" auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" erst einmal lange Gesichter. Die Harpunen, die das Landegerät auf dem Kometen befestigen sollten, wurden offenbar nicht ausgelöst, es war unklar, ob die Sonde stabil auf dem Kometen stand. Es hieß, bis zum nächsten Morgen zu warten, bis die Verbindung zur Muttersonde "Rosetta" und ihrem Landegerät "Philae" wieder hergestellt werden konnte.

Am Tag danach sieht die Welt gleich besser aus: Daten der Instrumente "MUPUS" und "ROMAP" zeigen, dass "Philae" nicht nur ein Mal, sondern gleich drei Mal auf dem Kometen gelandet ist - um 15:33 Uhr, 17:26 Uhr und 17:33 Uhr (UTC). Nach dem ersten Aufsetzen auf der Oberfläche des Kometen könnte die Sonde gar bis zu einem Kilometer nach oben "gesprungen" sein, erklärt Lande-Manager Stephan Ulamec. "Deshalb ist es schwierig zu wissen, wo Philae ist." Derzeit geht Ulamec davon aus, dass zwei Beine von "Philae" auf dem Boden stehen, das dritte Bein könnte nach oben ragen. Mit Hilfe von Aufnahmen von "Rosetta" soll nun nach "Philae" gesucht werden.

"Philae ist auf der Oberfläche und macht eine großartige Arbeit", sagt Paolo Ferri von der Europäischen Weltraumorganisation ESA. "Wir können sagen, dass wir einen sehr fröhlichen Landeroboter haben." Die Forschungssonde ist nicht im Boden verankert, teilt die ESA mit. Die Instrumente würden aber nichtsdestotrotz laufen und Bilder und Daten liefern.

Ein erstes Bild, aufgenommen vom Instrument "CIVA" an Bord von "Philae" zeigt die zerklüftete Oberfläche des Kometen und einen Teil des Landegeräts. Die Verbindung zwischen "Rosetta" und "Philae" ist nach Angaben von Rosetta-Flugdirektor Andrea Accomazzo stabil, Daten werden von dem Landegerät an die Sonde "Rosetta" übertragen, die um den Kometen kreist und diese Informationen wiederum zur Erde schickt.

Nicht nur die Instrumente an Bord von "Philae" funktionieren, auch die Hauptbatterie tut das nach Angaben der ESA. Außerdem habe das Landegerät mit seinen Solarpanels etwas Energie gewonnen. Wo genau auf dem Kometen sich die Sonde befindet, müsse man noch herausfinden. Philippe Gaudon vom französischen Raumfahrtzentrum CNES vermutet, dass die Sonde "wahrscheinlich auf einem stark geneigten Abhang" stehe. "Er scheint von Felsen umgeben" und dadurch "ziemlich blockiert" zu sein, so der CNES-Verantwortliche für die Mission weiter.

In der Nacht hatte es gezwungenermaßen eine Pause in der Kommunikation zwischen den beiden Sonden gegeben, da sich der Komet zwischen "Philae" und "Rosetta" befand. Zwei Mal täglich soll es ein Zeitfenster geben, in dem der kleine Forschungsroboter auf dem Kometen mit der Sonde kommunizieren kann.

Vom Start der Raumsonde "Rosetta" bis zum Absetzen des Landegeräts "Philae" auf dem Kometen war es eine lange Reise (Animation: Die Reise von "Rosetta"). Zehn Jahre lang flog "Rosetta" durch das Sonnensystem, holte Schwung an Erde und Mars, flog an den Asteroiden ?teins und Lutetia vorbei und wurde für mehr als zwei Jahre in eine Art "Winterschlaf" versetzt. Aus diesem wurde sie im Januar wieder aufgeweckt, im August 2014 erreichte "Rosetta" den Kometen.

Seither umkreist "Rosetta" den Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" und schickt immer wieder Aufnahmen zur Erde. Nun sollen diese Bilder durch Aufnahmen von der Oberfläche des Kometen ergänzt werden, die die Instrumente an Bord von "Philae" erstellen werden. Insgesamt zehn Instrumente sind an Bord des Landers, der je etwa einen Meter lang, breit und hoch ist.

Das Ziel der ambitionierten Mission, die erstmals einen Roboter auf einem Kometen hat landen lassen: Forscher wollen mehr über die Frühzeit des Sonnensystems und vor allem die Entstehung der Erde erfahren. Besonders interessiert sie die Frage, welche Rolle Kometen dabei gespielt haben. Sie könnten Wasser oder andere Materialien auf die Erde gebracht und so die Entstehung des Lebens beeinflusst haben. Zehn Instrumente an Bord des Landers "Philae" sollen die Gegend untersuchen, in der die Raumsonde landen wird, und den Forschern Daten liefern. (mit afp)

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