Lade Inhalte...

Rosetta Philae Komet "Rosetta" soll auf Komet landen

Die äußerst erfolgreiche Mission der Raumsonden "Rosetta" und "Philae" wird von der europäischen Raumfahrtorganisation ESA um neun Monate verlängert. Im September 2016 könnte "Rosetta" ebenfalls auf dem Kometen landen - zum Abschluss einer außergewöhnlichen Mission.

Sonde "Philae" auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. (Grafik) Foto: dpa/ESA/ATG medialab

Die bislang äußerst erfolgreiche Mission der Raumsonde "Rosetta" wird verlängert. Wie die europäische Raumfahrtorganisation ESA mitteilt, soll die Mission bis Ende September 2016 weitergehen. Ursprünglich war geplant, die Mission, bei der die Raumsonde "Rosetta" den Kometen aus einer Umlaufbahn heraus untersuchen sollte, während das Minilabor "Philae" auf der Oberfläche des Kometen arbeiten sollte, bis Dezember 2015 laufen zu lassen. Doch nun wurde ganz formell die Zustimmung gegeben, die Mission weiter fortzuführen.

"Rosetta" und das kleinere Forschungslabor "Philae" haben die Raumfahrtwelt in den vergangenen Monaten auf Trab gehalten: Anfang 2014 ging es darum; "Rosetta" aus einer Art Winterschlaf aufzuwecken, während sich die Sonde dem Zielkometen näherte. Das gelang problemlos und auch den Kometen, für den man sich interessierte, erreichte die Sonde im August 2014. Atemberaubende Aufnahmen von der Oberfläche des Kometen schickte die Sonde zur Erde, bis im November 2014 das nächste Highlight anstand: "Philae" sollte die Muttersonde "Rosetta" verlassen, zur Oberfläche des Kometen herabsinken und dort landen.

Das ambitionierte Vorhaben gelang - auch wenn "Philae" nicht beim ersten Anlauf auf der Oberfläche stehenblieb. Etwa sechzig Stunden lang konnte "Philae" nach der Landung wissenschaftliche Experimente auf der Oberfläche des Kometen durchführen, dann waren die Batterien erschöpft. Da "Philae" an einer schattigen Stelle zum Stehen gekommen war, reichte das Sonnenlicht nicht für den Weiterbetrieb der Sonde aus. Doch die Hoffnung der Wissenschaftler am Boden war groß: Wenn der Komet sich der Sonne weiter nähern würde, würde das Minilabor auch wieder genug Sonnenlicht bekommen.

Und tatsächlich: Nach Monaten des Wartens meldete sich "Philae" vor gut einer Woche wieder zurück und könnte nun noch für unerwartete Einblicke sorgen: Wenn der Komet am 13. August der Sonne am nächsten kommt (Perihel), könnte "Philae" genau untersuchen, was auf der Oberfläche des Kometen passiert. Ursprünglich rechnete man damit, dass die Sonde dann längst nicht mehr funktionieren würde. "Rosetta" soll aus einer sicheren Umlaufbahn heraus ebenfalls beobachten, wie sich der Komet in der Hitze der Sonne verändert.

Anschließend wird "Rosetta" den Kometen begleiten, während er sich von der Sonne wieder entfernt. "Wir werden in der Lage sein, die abnehmende Aktivität des Kometen zu beobachten, wenn er sich wieder von der Sonne entfernt", freut sich Matt Taylor, ESA-Projektwissenschaftler für die "Rosetta"-Mission. Man könne so besser verstehen, wie sich Kometen im Laufe ihrer Lebenszeit entwickeln.

Während der erweiterten Mission soll es möglicherweise riskantere Manöver von "Rosetta" geben, heißt es bei der ESA. Im September 2016 wird es nicht mehr genügend Sonnenlicht geben, um die wissenschaftlichen Instrumente von "Rosetta" weiter zu betreiben, teilt die ESA mit. Weil dann auch nicht mehr viel Treibstoff verfügbar sein dürfte, denkt man bei der ESA darüber nach, "Rosetta" zum Ende ebenfalls auf dem Kometen abzusetzen. "Es gibt noch viel zu tun, um herauszufinden, ob dieses Missionsende möglich ist", sagt "Rosetta"-Missionsmanager Patrick Martin.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum