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Rosetta Philae Komet "Philae" erschnüffelt organische Moleküle

Der Komet "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" ist härter als gedacht. Das zeigen Daten, die das Forschungslabor "Philae" vom Kometen zur Erde gesendet hat. Auch Hinweise auf Wassereis und organische Moleküle hat man bereits ausfindig gemacht.

Die Oberfläche des Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko", aufgenommen aus einer Höhe von 7,8 Kilometer. Foto: REUTERS/ESA/Rosetta/NAVCAM

Auch nachdem die Forschungssonde "Philae" auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" im Ruhemodus ist, geht die "Rosetta"-Mission weiter - im All und auf der Erde. Während die Raumsonde "Rosetta" in 500 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde weiter dem Kometen folgt, um herauszufinden, wie er sich verändert, wenn er sich der Sonne nähert, werden auf der Erde die Daten ausgewertet, die das Forschungslabor "Philae" gesammelt hat.

"Wir haben viele wertvolle Daten gesammelt, die man nur in direkter Berührung mit dem Kometen erhalten kann", erklärt der wissenschaftliche Leiter des DLR-Projekts, Dr. Ekkehard Kührt. "Wir sind auf einem guten Weg, Kometen besser zu verstehen. Ihre Oberflächeneigenschaften scheinen ganz anders zu sein, als bisher gedacht", so Kührt weiter. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass die Oberfläche des Kometen eher weich ist. Nun stellte sich jedoch heraus, dass die Oberfläche von "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" fest wie Eis ist.

Diese Erkenntnis stammt vom Team, das für die Thermalsonde "MUPUS" verantwortlich ist, die sich ein Stück weit in den Boden des Kometen hämmern sollte, um dessen Beschaffenheit zu untersuchen. Professor Tilman Spohn, Leiter des Forscherteams der Thermalsonde, erklärt, wie man zu dem Schluss kam, dass die Oberfläche hart ist: "Obwohl die Leistung des Hammers stufenweise erhöht wurde, konnten wir die Sonde nicht tief in den Boden fahren."

Auch andere Experimente deuten darauf hin, das der Komet tatsächlich eine harte Oberfläche hat. Ein Instrument, das in den Füßen des Landegeräts sitzt, konnte die erste Landungen auf dem Kometen registrieren. Aus diesen Daten will man die mechanischen Eigenschaften des Kometen ableiten, teilt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit.

Insgesamt ist "Philae" gleich drei Mal auf dem Kometen gelandet, nach der ersten Berührung der Oberfläche "hüpfte" sie noch einmal einen Kilometer in die Höhe. Harpunen, die die Sonde auf dem Boden befestigen sollten, funktionierten genauso wenig wie eine Düse, die "Philae" auf den Boden drücken sollte. Trotzdem gelang die Landung, wenn auch an einer anderen Stelle als ursprünglich geplant.

Eben diese Landestelle - deren Lage bisher noch nicht bekannt ist - wurde direkt nach der Landung von den zehn Experimenten an Bord der Sonde "Philae" untersucht. Die Zeit war knapp, denn die Batterien waren nur auf etwa 60 Stunden ausgelegt. Sonnenlicht ist an der Landestelle rar, so dass die Batterien nicht rechtzeitig aufgeladen werden konnten und "Philae" so letztlich in einen "Winterschlaf" fiel. Dabei sitzt sie womöglich auf größeren Mengen Wassereis. Darauf lassen zumindest Instrumente des Experiments "SESAME" schließen.

Ob es "Philae" vor dem Abschalten gelungen ist, eine Bodenprobe zu analysieren, ist derzeit noch unklar. Dem Instrument "COSAC" sei es allerdings nach der Landung gelungen, die Atmosphäre des Kometen zu "erschnüffeln" und darin die ersten organischen Moleküle aufzuspüren. Eine genaue Analyse laufe derzeit, teilt das DLR mit.

Die Ergebnisse der Analysen könnten Aufschluss über die Entstehung unseres Sonnensystems geben. Auch die Frage, ob durch Kometeneinschläge einst Bausteine für das Leben auf die Erde gelangt sind, soll die ambitionierte und bisher teuerste Mission der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA beantworten helfen.

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