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Rosetta Philae Komet Aufnahme zeigt "Philae" im Landeanflug

Nicht nur ein Mal, gleich drei Mal landete die Forschungssonde "Philae" auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko". Wo genau sie sich genau befindet, ist immer noch unklar. Doch dank der Muttersonde "Rosetta" gibt es Aufnahmen, die "Philae" bei der ersten Landung zeigen.

Drei Aufnahmen der "Rosetta"-Kamera "Navcam" zeigen, wo der Landeroboter "Philae" zuerst aufgekommen ist. Foto: AFP/ESA/Rosetta/Philae/CIVA/NAVCAM

Sie landete nicht wie erwartet nur ein Mal sondern gleich drei Mal auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" und ging nach fast 57 Stunden in eine Art "Ruhezustand" über: Die Forschungssonde "Philae" hat Raumfahrtgeschichte geschrieben. Wo auf dem Kometen sie sich nach ihrer endgültigen Landung befindet, ist noch unklar, doch nun zeigen Aufnahmen der "Rosetta"-Kamera "Navcam", an welcher Stelle "Philae" zuerst auf dem Kometenboden aufgeschlagen ist.

Die Aufnahmen zeigen die Oberfläche des Kometen dreieinhalb Minuten vor der Landung - "Philae" muss zu diesem Zeitpunkt etwa 250 Meter über der Oberfläche gewesen sein - und etwa eineinhalb Minuten nach dem Aufprall auf dem Kometen. Der dunkle Fleck, der nach dem Aufprall zu sehen ist, könnte Staub sein, der durch "Philae" aufgewirbelt wurde. Auch die Sonde "Philae" und ihr Schatten sind zu erkennen, wenn man genau hinschaut.

Weitere Aufnahmen, die die "Osiris"-Kamera von "Rosetta" über einen Zeitraum von 30 Minuten aufgenommen hat, zeigen, wie "Philae" sich der ersten Landeregion nähert und schließlich dort auf dem Boden aufkommt. Die Bilder zeigen nach Angaben der europäischen Raumfahrtorganisation ESA, dass sich die Sonde mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,5 Metern pro Sekunde in östliche Richtung bewegte.

Nach dieser ersten Berührung des Kometenbodens ist "Philae" abgeprallt und wieder bis zu einen Kilometer in die Höhe geflogen. Das legen zumindest die Daten nahe, die Instrumente der Sonde zur Erde geschickt haben. Anschließend fiel "Philae" ein zweites Mal dem Kometen entgegen, prallte erneut ab und blieb kurz danach endgültig liegen. Eigentlich sollte sich die Sonde direkt bei der ersten Landung mit Harpunen in den Boden krallen, gleichzeitig sollte eine Düse den Forschungsroboter auf den Boden drücken. Doch dieser Plan ging nicht auf, weil die Düse versagte und die Harpunen nicht auslösten. Wo genau "Philae" letztendlich gelandet ist, steht noch nicht fest. Mit Hilfe von Aufnahmen der "Rosetta"-Kameras versucht man, die Landestelle zu finden. Klar ist hingegen jetzt schon, dass die Sonnenkollektoren der Forschungssonde an ihrem Landeplatz weniger Sonnenlicht bekommen, als erhofft.

Deshalb schaltete sich die Sonde in der Nacht auf Samstag in eine Art "Ruhemodus": die Batterien lieferten nicht mehr ausreichend Energie und es gab zu wenig Sonnenlicht, um sie wieder aufzuladen. Zuvor war es jedoch noch gelungen, die Daten aller durchgeführten Experimente zur Erde zu übertragen. "Es war ein großer Erfolg, das ganze Team freut sich", erklärt Lande-Manager Stephan Ulamec. Trotz der ungeplanten drei Landungen seien alle Instrumente einsatzfähig gewesen und "nun ist es Zeit zu sehen, was wir haben", meint Ulamec und spielt auf die Daten an, die nun ausgewertet werden.

Doch es gibt auch die Hoffnung, dass "Philae" noch nicht ganz verloren ist und sich die Sonde noch einmal zurückmeldet: "In einer späteren Phase der Mission, vielleicht wenn wir näher an der Sonne sind, könnten wir genug Sonnenlicht haben, um den Lander aufzuwecken und die Kommunikation wieder herzustellen", erklärt Ulamec.

Bis dahin bleiben den Forschern nicht nur die Daten, die "Philae" gesammelt hat. Die Sonde "Rosetta" - seit mehr als zehn Jahren im All unterwegs - bewegt sich immer noch um den Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" und wird ihn verfolgen und beobachten, während er sich der Sonne nähert. Die Forscher interessiert, wie sich der Komet verhält, wenn er wärmer wird. Irgendwann auf dem Weg Richtung Sonne wird es dann auch für "Philae" auf der Oberfläche des Kometen zu heiß. Aber vielleicht haben die Forscher Glück und die Forschungssonde meldet sich vorher noch einmal kurz zurück.

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