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"Rosetta"-Mission Philae Sorgen um Raumsonde "Philae"

Die Raumsonde "Philae" schweigt, seit dem 9. Juli hat sie sich nicht mehr gemeldet. Die letzten Daten, die sie zur Erde geschickt hat, lassen die Forscher vermuten, dass "Philae" sich bewegt hat. Wird die Sonde sich wieder zurückmelden?

Grafische Darstellung: "Philae" auf der Oberfläche des Kometen Foto: ESA Medialab/AFP

Was ist mit dem Mini-Labor "Philae" los? Zwar hat sich die kleine Raumsonde, die auf der Oberfläche des Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" gelandet ist, nach einem sieben Monate dauernden "Winterschlaf" wieder zurückgemeldet. Doch seitdem funktioniert die Kommunikation nur sporadisch. Am 12. November 2014 ist "Philae" auf dem Kometen gelandet, am 15. November stellte die Sonde die Arbeit ein, da es am Landeort - ursprünglich war eine andere Stelle dafür ausgesucht worden - zu wenig Sonnenenergie gab. Am 13. Juni meldete sich "Philae" erstmals wieder zurück - die Freude war groß

Zwischenzeitlich hatte sich der Komet näher an die Sonne bewegt und man hoffte, dass "Philae" genug Sonnenlicht erhalten würde, um die Batterien aufzuladen. Doch das Bangen ging weiter: Ab dem 24. Juni war von "Philae" nichts mehr zu hören, obwohl die Daten, die die Sonde zuvor zur Erde schickte, keine Probleme erkennen ließen. Bis zum 9. Juli blieb die Kometensonde stumm, dann teilten die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit: "Philae" habe sich zurückgemeldet, die Verbindung blieb über insgesamt zwölf Minuten stabil. "Philaes Lebenszeichen beweist uns, dass die Kommunikationseinheit am Lander weiterhin funktioniert und unsere Kommandos empfängt", erklärte DLR-Ingenieur Dr. Koen Geurts damals.

Doch seit der Verbindung am 9. Juli konnte kein Kontakt mehr mit "Philae" hergestellt werden, wie die europäische Raumfahrtorganisation ESA im Blog zur "Rosetta"-Mission erklärt. Dazu könnte beigetragen haben, dass "Rosetta", die Raumsonde, die um den Kometen kreist und unter anderem Daten von "Philae" zur Erde schickt, aus Sicherheitsgründen den Abstand zum Kometen vergrößern musste. "Die Sicherheit der Raumsonde ist unsere erste Priorität", heißt es bei der ESA. Deshalb kreist "Rosetta" jetzt auch in einem Abstand von 170 bis 190 Kilometern um "67P/Tschurjumow-Gerasimenko". Zuvor hatte "Rosetta" sich dem Kometen bis auf 153 Kilometer genähert, um die Kommunikation mit "Philae" zu verbessern. Doch je näher der Komet der Sonne kommt, desto aktiver wird er - was bedeutet, dass es für "Rosetta" gefährlicher wird, sich dem Kometen zu nähern.

Eine weitere Sache gibt den Forschern Rätsel auf: Unter den letzten Daten, die "Philae" zur Erde geschickt hat, waren nach Angaben von ESA und DLR Informationen, wie das Sonnenlicht die Solarpaneele der Sonde erreicht. "Dieses Profil - auf welche Paneele wie viel Sonne trifft - hat sich von Juni zu Juli deutlich verändert", erklärt "Philae"-Projektleiter Stephan Ulamec vom DLR. Die Veränderung lasse sich nicht nur mit dem Verlauf der Jahreszeiten erklären. Ulamec vermutet, dass die Sonde sich bewegt haben könnte, beispielsweise durch Gasausstöße des Kometen. Dadurch könnte auch die Antenne des Landers verdeckt worden sein.

Doch den Lander aufgeben, das kommt für die beteiligten Wissenschaftler nicht in Frage. "'Philae' ist offensichtlich immer noch funktionsfähig, denn er schickt uns immer wieder Daten, wenn auch in unregelmäßigen Abständen und zu überraschenden Zeitpunkten", erklärt Ulamec. "Es gab bereits mehrmals die Befürchtung, der Lander bliebe ausgeschaltet - aber er hat uns immer wieder eines Besseren belehrt." Und so besteht die Hoffnung, dass sich "Philae" auch dieses Mal wieder zurückmeldet. Im DLR-Kontrollzentrum in Köln erproben die an der Mission Beteiligten am Bodenmodell von "Philae", wie ein Arbeitspaket der Raumsonde aktiviert werden kann, das im November bereits einmal ausgeführt wurde.

In 23 Tagen erreicht der Komet, um den sich die Mission von "Rosetta" und "Philae" dreht, das Perihel, den sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn. Die Forscher hätten sicher nichts dagegen, wenn "Philae" bis zu diesem Zeitpunkt wieder mit der Erde kommuniziert und Daten vom Kometen zur Erde schickt. Denn sie interessieren sich besonders dafür, wie sich der Komet verhält, wenn er durch die Sonne aufgeheizt wird. Daten von der Oberfläche des Kometen könnten die Daten, die "Rosetta" aus dem Orbit sammelt, ergänzen.

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