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Rosetta-Mission ESA weckt Raumsonde "Rosetta" auf

Die "Rosetta"-Raumsonde der ESA soll den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko verfolgen und untersuchen. Seit beinahe einem Jahrzehnt ist die Sonde auf dem Weg zu dem Kometen. Jetzt werden die Systeme der Raumsonde aus einer Art "Winterschlaf" geholt.

Die Raumsonde "Rosetta" hat während ihrer fast zehnjährigen Reise zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko unter anderem den Asteroiden Lutetia passiert (künstlerische Darstellung). Foto: ESA

Wenn ein Komet für eine größere Öffentlichkeit interessant wird, dann liegt das meist daran, dass er am Himmel nicht zu übersehen ist oder vorhergesagt wird, dass er sich zu einem besonders hellen „Jahrhundertkometen“ entwickeln könnte. Ganz anders ist es beim Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Er ist das Ziel einer Mission der europäischen Weltraumbehörde ESA und wird daher mit großer Aufmerksamkeit bedacht.

Vor beinahe zehn Jahren, im März 2004, rückte der Komet für Raumfahrtinteressierte erstmals in den Fokus, als eine Ariane-Rakete mit der Raumsonde „Rosetta“ an Bord vom Weltraumbahnhof in Kourou startete. Das Ziel: 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Mittlerweile ist „Rosetta“ seit beinahe zehn Jahren unterwegs und befindet sich auf dem letzten Teilstück ihrer Reise zu dem Kometen. Seit Juni 2011 befinden sich die Systeme der Raumsonde in einer Art „Winterschlaf“.

Im August 2014 soll „Rosetta“ den Kometen erreichen, daher werden ihre Systeme jetzt "geweckt". Am 20. Januar gegen Abend wird im ESOC in Darmstadt ein Signal der Raumsonde erwartet. Erst dann weiß man, ob „Rosetta“ wieder aktiv ist und die Mission weiter voranschreiten kann.

Die „Rosetta“-Mission soll im August eine Umlaufbahn um 67P/Tschurjumow-Gerasimenko erreichen und in einem ersten Schritt die Oberfläche des Kometen genauer unter die Lupe nehmen. Zwar wurde der Komet im Vorfeld der Mission auch mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops betrachtet, doch wie die Oberfläche des Kometen genau aussieht, weiß man noch nicht. Doch dieses Wissen ist wichtig für den Erfolg eines Teils der Mission: Im November 2014 soll das Landegerät „Philae“ auf dem Kometen abgesetzt werden, zuvor muss eine geeignete Stelle für die Landung gefunden werden.

Brachten Kometen Wasser zur Erde?

"Rosetta" könnte zur ersten Mission werden, die einen Kometen umrundet und ein Landegerät auf ihm absetzt. Doch das eigentliche Ziel der Mission ist es, die Entwicklung des Sonnensystems besser zu verstehen. Kometen sind als Forschungsobjekte besonders interessant, da Wissenschaftler davon ausgehen, dass die chemische Zusammensetzung von Kometen sich seit ihrer Entstehung kaum verändert hat. Kometen können daher einen Einblick in die Zeit geben, in der das Sonnensystem entstanden ist.

Nicht nur aus diesem Grund interessieren sich Forscher für Kometen. Es gibt Hinweise darauf, dass Kometen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Planeten gespielt haben. Kometeneinschläge kamen im frühen Sonnensystem häufiger vor als heute – es ist möglich, dass Kometen Wasser zur Erde brachten oder gar komplexe organische Moleküle, die eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Lebens auf der Erde gespielt haben.

Die „Rosetta“-Raumsonde und ihr Landegerät „Philae“ sollen daher die Moleküle auf dem Kometen analysieren. Eine endgültige Antwort auf die Frage, ob Kometen an der Entstehung des Lebens auf der Erde beteiligt waren, erwarten sich die Forscher von der Mission zwar nicht. Doch die Mission dürfte viele neue Informationen liefern, mit denen die Wissenschaftler arbeiten können.

Auch bei der Frage, ob Kometen Wasser auf die Erde gebracht haben, werden die Forscher wohl keine eindeutige Antwort bekommen. Doch wenn das Verhältnis von Wasserstoff zu seinem Isotop Deuterium mit dem Verhältnis in den Ozeanen der Erde übereinstimmt, unterstützt das die Theorie der Forscher, dass ein Teil des Wassers auf der Erde seinen Ursprung im Weltall haben könnte.

"Rosetta"-Mission endet im Dezember 2015

Die Hauptaufgaben der "Rosetta"-Mission sind noch nicht erledigt, doch ein Großteil der Mission ist bereits vorbei. Die Dauer der Mission wurde auf zwölf Jahre ausgelegt, im Dezember 2015 soll sie beendet werden. Bis dahin wird "Rosetta" dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko auf seiner Bahn um die Sonne folgen. Auch zu seinem Perihel, dem sonnennächsten Punkt in seiner Umlaufbahn, wird die Raumsonde den Kometen begleiten und analysieren, wie sich der Komet unter dem Einfluss der Sonne verändert.

Kometen bestehen aus gefrorenen Gasen, Wasser, Staub und Mineralien. In der Nähe der Sonne beginnt der Komet zu schmelzen - was den als "Jahrhundertkometen" angekündigten Kometen Ison im Dezember 2013 zerfallen ließ. Das soll 67P/Tschurjumow-Gerasimenko nicht passieren. Es ist geplant, dass "Rosetta" dem Kometen von seiner sonnennächsten Position weiter folgen wird, bis die Mission im Dezember 2015 schließlich endet.

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