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Raumsonde Cassini „Cassinis“ großes Finale am Saturn

Nach 13 Jahren in der Umlaufbahn des Planeten Saturn geht der Raumsonde „Cassini“ der Treibstoff aus. Die Sonde bereitet sich auf das spektakuläre Missionsende vor, das noch einmal jede Menge wissenschaftliche Daten liefern soll.

Cassini
Gewagtes Manöver: Cassini soll in den Raum zwischen Saturn und seinen Ringen eintauchen. Foto: AFP/NASA/JPL-CALTECH

Vor knapp 20 Jahren, im Oktober 1997 ist die Nasa-Raumsonde „Cassini“ zum Saturn gestartet, seit 2004 umkreist sie den beringten Planeten und liefert immer wieder Aufnahmen und Daten zur Erde. Nun jedoch nähert sich die Mission ihrem Ende, der Raumsonde geht der Treibstoff aus. Doch „Cassini“ soll nicht leise gehen, sondern mit einem großen Knall - und vor dem Ende noch möglichst viele wissenschaftliche Daten sammeln, das hat die US-Raumfahrtorganisation Nasa bereits bei der Verlängerung der Mission im Jahr 2010 beschlossen.

Das „Grand Finale“, wie die Nasa die letzten Manöver von „Cassini“ nennt, wird die Raumsonde so nah wie nie an den Planeten heranbringen, bevor sie auf den Planeten stürzen wird. Alleine 22 Mal soll „Cassini“ in den 2400 Kilometer breiten Raum zwischen Saturn und seinen Ringen eintauchen. „Keine Raumsonde ist jemals in diese einzigartige Region vorgedrungen, die wir gleich 22 Mal durchqueren wollen“, erklärt Nasa-Mitarbeiter Thomas Zurbuchen.

Bei den Tauchmanövern soll „Cassini“ Daten sammeln, die weit über das hinausgehen, was für die Mission ursprünglich geplant war. Unter anderem sollen die Schwerkraft und das Magnetfeld des Planeten vermessen werden. Außerdem soll „Cassini“ die Masse der Saturn-Ringe bestimmen und Atmosphäre und Ionosphäre des Planeten untersuchen. Für die beteiligten Forscher ist es wie eine neue Mission, bei der man unter anderem herausfinden will, woher die charakteristischen Ringe um den Planeten stammen und wie die innere Struktur des Saturn aufgebaut ist.

 

„Was wir von „Cassinis“ mutigen letzten Umrundungen lernen, wird unser Verständnis erweitern, wie Planeten und Planetensysteme entstehen und sich entwickeln“, freut sich Zurbuchen auf die Ergebnisse des „Grand Finale“. Am 22. April soll sich „Cassini“ zum letzten Mal dem Saturnmond Titan nähern. Vier Tage später wird „Cassini“ erstmals in den Raum zwischen Saturn und seinen Ringen eintauchen.

„Wir gehen davon aus, dass es in dem Bereich keine großen Partikel gibt, die die Raumsonde beschädigen könnten“, erklärt der „Cassini“-Projektmanager Earl Maize. Sicherheitshalber soll „Cassinis“ Antenne beim ersten Tauchvorgang als Schutzschild dienen, erst bei den weiteren Versuchen werden die wissenschaftlichen Instrumente der Raumsonde aktiviert. „Es gibt sicherlich einige Unbekannte, aber das ist der Grund, warum wir am Ende der Mission eine solche mutige Untersuchung durchführen“, gibt sich Maize zuversichtlich.

In den 13 Jahren, die „Cassini“ um den Saturn gekreist ist, hat die Raumsonde unzählige Entdeckungen gemacht: Zwischen den Monden Mimas und Enceladus entdeckte „Cassini“ zwei weitere kleine Monde: Methone und Pallene. Auf dem Mond Titan fand die Mission Seen, die vermutlich aus Methan bestehen. Messungen der „Cassini“-Mission deuten außerdem darauf hin, dass es auf dem Mond Enceladus einen globalen unterirdischen Ozean gibt. Die Raumsonde beobachtete außerdem, wie auf Enceladus flüssiges Wasser geysirähnlich an der Oberfläche ausbricht. Weil es auf dem Mond neben Wasser auch Wärme und organische Materialien gibt, vermuten Forscher, dass Leben auf ihm möglich wäre.

Diese Vermutung ist auch ein Grund für das geplante Ende von „Cassini“: Die Raumsonde soll auf den Saturn stürzen, um die Monde - allen voran Enceladus - vor einer möglichen Verunreinigung von der Erde zu schützen. Doch bis es soweit kommt, hat „Cassini“ noch genug Zeit, um wissenschaftliche Daten zu sammeln und auch beim Sturzflug auf den Saturn, der für den 15. September geplant ist, soll „Cassini“ weiterarbeiten. Verschiedene Instrumente sollen so lange Daten zur Erde schicken, bis das Signal verschwindet. „Cassinis großes Finale ist so viel mehr als ein letzter Sturzflug“, sagt die „Cassini“-Projektwissenschaftlerin Linda Spilker. „Es ist ein aufregendes letztes Kapitel für unsere Raumsonde und so reich an wissenschaftlichen Informationen, dass es die naheliegendste Wahl für das Ende der Mission war.“

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