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Sternschnuppen Tauriden Chance auf Feuerkugeln und Sternschnuppen

Der relativ unbekannte Sternschnuppenstrom der Tauriden hat dieses Jahr möglicherweise einige spektakuläre Feuerkugeln für aufmerksame Beobachter auf Lager. Anfang November wurden bereits erste Feuerkugeln gesichtet - und weitere könnten folgen.

Eine Sternschnuppe am Nachthimmel. Dieses Bild wurde während des Meteorschauers der Perseiden im August aufgenommen. Die Tauriden versprechen zwar weniger Sternschnuppen pro Stunde, doch dieses Jahr gab es bereits einige außergewöhnlich helle Exemplare. Foto: REUTERS

Der Sternschnuppenstrom der Tauriden ist längst nicht so bekannt wie die Meteorströme der Perseiden (August) oder Geminiden (Dezember). Doch auch die Tauriden haben in manchen Jahren einiges zu bieten, nämlich immer dann, wenn die Erde sich durch einen dichteren Teil der Hinterlassenschaften des Enckeschen Kometen (2P/Encke) bewegt. 2015 scheint dies der Fall zu sein: In den vergangenen Tagen wurden bereits spektakuläre Feuerkugeln und helle Sternschnuppen beobachtet, es gibt auch Videos und Fotos von den Beobachtungen, besonders viel Aufmerksamkeit erhielt eine Feuerkugel über Polen am 31. Oktober.

Die Tauriden bestehen eigentlich aus zwei Sternschnuppenströmen, deren Radianten - die Punkte, von denen die Sternschnuppen auszuströmen scheinen - allerdings dicht beieinanderliegen. Der Meteorstrom ist etwa von September bis Dezember aktiv, das Maximum erreicht der Sternschnuppenstrom um den 7. November herum - zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Radiant der Tauriden im Sternbild Stier, von dessen lateinischer Bezeichnung "Taurus" der Name des Meteorstroms abgeleitet wird.

In normalen Jahren machen Feuerkugeln etwa ein Prozent aller Tauriden-Meteore aus, heißt es auf der Website www.leoniden.net. In "Schwarmjahren" wie es das Jahr 2015 sein könnte, steigt nach Angaben der Website nicht nur die Anzahl der Sternschnuppen pro Stunde - auch der Anteil der Feuerkugeln soll auf gut vier Prozent steigen.

Dass es in diesem Jahr viele Tauriden zu sehen gibt, zeigt eine Aufnahme, die der Tscheche Martin Popek gemacht hat. Eine Nacht lang hatte er Anfang November eine Kamera in seinem Garten aufgestellt und so den Nachthimmel beobachtet. Auf der entstandenen Aufnahme sind fast ein Dutzend explodierende Meteore zu sehen. Alle seien heller als die Venus und einer gar so hell wie die Mondsichel, berichtet spaceweather.com. Auch andere Aufnahmen und die Meldungen von Augenzeugen deuten an, dass die Tauriden dieses Jahr stärker als sonst ausfallen könnten.

Sollte der Nachthimmel am Wochenende sternenklar sein, lohnt sich deshalb die Beobachtung - vor allem auch, weil der Radiant des Sternschnuppenstroms einen Großteil der Nacht am Himmel zu sehen sein wird: Das Sternbild Stier geht am Abend gegen 20 Uhr im Osten auf, steigt im Laufe der Nacht in Richtung Süden nach oben, um anschließend in Richtung Westen wieder unterzugehen. Besondere Vorkehrungen muss man für die Beobachtung nicht treffen, die helleren Sternschnuppen dürften auch am hellen Stadthimmel sichtbar sein. Generell gilt jedoch immer: Je dunkler der Himmel und die Beobachtungsumgebung, desto mehr nimmt man am Himmel wahr.

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