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Raumfahrt Wie verändert Trump die US-Raumfahrt?

Seit dem Amtsantritt Donald Trumps befindet sich die US-Raumfahrtorganisation Nasa in einer Art Vakuum. Nun geben interne Dokumente einen Einblick in das, was kommen könnte.

Buzz Aldrin war der zweite Mann auf dem Mond. Wenn es nach Beratern des neuen US-Präsidenten geht, könnten ihm bald wieder Astronauten nachfolgen. Foto: NASA History Office/NASA JSC Media Services Center

Unter US-Präsident Barack Obama hatte die amerikanische Raumfahrt ein klares Ziel: den Mars. Bevor die Nasa Astronauten zum roten Planeten schicken würde, sollte sie jedoch wieder in der Lage sein, Raumfahrer von amerikanischem Boden aus ins All zu bringen - etwas, das seit dem Ende des Shuttle-Programms 2011 nicht mehr möglich ist. Alle Astronauten, die zur ISS fliegen, sind seitdem auf die russische Sojus-Rakete angewiesen.

Nun kommt Donald Trump ins Spiel: Dass ein neuer US-Präsident die Pläne der US-Raumfahrtorganisation Nasa umkrempelt, ist gängige Praxis in den USA - Barack Obama hatte nach seinem Amtsantritt beispielsweise das 2004 von George W. Bush verkündete "Constellation"-Programm eingestellt. Offenbar könnte unter Donald Trump ähnliches passieren und die Ausrichtung der Nasa geändert werden. Das geht zumindest aus Dokumenten hervor, die ein Übergangs-Team für Donald Trump verfasst hat und über die das Portal "Politico" berichtet.

Eigentumsrechte auf dem Mond

Demnach sollen Astronauten möglichst "schnell und bezahlbar" wieder auf dem Mond landen - schon bis 2020 sollen wieder Menschen Fuß auf den Erdtrabanten setzen. Es ist sogar von "privaten amerikanischen Astronauten in privaten Raumschiffen" die Rede, die bis 2020 "den Mond umkreisen" könnten. Private Mondlandungen könnten außerdem die "Eigentumsrechte" der Amerikaner auf dem Mond abstecken, heißt es in dem Übergangsplan weiter.

Ein weiterer Fokus soll laut "Politico" auf der "ökonomischen Entwicklung" des Weltraums liegen. Das wirtschaftliche Wachstum und die Entstehung neuer Industrien und Jobs im Privatsektor seien wichtiger als Erforschung und "andere esoterische Aktivitäten", heißt es in den Dokumenten weiter. "Macht man es richtig, könnte eine Billionen-Dollar Raumfahrt-Ökonomie entstehen, die von den USA dominiert wird", zitiert "Politico" aus den Unterlagen. Ein Plan, der ganz nach dem Geschmack Donald Trumps sein dürfte und der auch Vertretern der privaten US-Raumfahrt gefallen sollte.

SpaceX-Gründer Elon Musk sitzt in Trumps Wirtschaftsrat und hat erst vor einigen Monaten Pläne vorgestellt, wie er mit seinem Raumfahrt-Unternehmen den Mars ansteuern will. Unbemannte Raketen von SpaceX beliefern bereits seit Jahren die Internationale Raumstation mit Fracht, das Unternehmen arbeitet äußerst erfolgreich an wiederverwendbaren Raketen, die die Raumfahrt günstiger machen sollen. Auch Blue Origin, das Unternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos, hat sich im vergangenen Jahr mit der Vorstellung einer wiederverwendbaren Rakete, die Satelliten und Astronauten transportieren soll, an die Öffentlichkeit gewagt.

Die Nasa selbst entwickelt nach dem Aus des "Constellation"-Programms die Trägerrakete "Space Launch System" (SLS). Sie soll es ermöglichen, dass wieder Astronauten von amerikanischem Boden aus ins All starten - so der Plan unter der Regierung Obama. Das Crewmodul "Orion" soll in ferner Zukunft Astronauten zum Mars transportieren.

Für 2018 ist der erste - unbemannte - Testflug rund um den Mond geplant, bevor einige Jahre später erstmals Astronauten an Bord Platz nehmen sollen. Doch dieser Plan scheint nun zu wackeln. Robert Lightfoot, der in der Übergangszeit die Nasa führt, sorgt derzeit mit einem Memo an die Nasa-Mitarbeiter für Aufsehen. Darin erklärt er, eine Studie werde untersuchen, was getan werden müsse, um aus der unbemannten ersten Mission eine bemannte Mission zu machen. "Ich kenne die Herausforderungen, die mit einem solchen Vorschlag verbunden sind", schreibt Lightfoot und deutet an, dass sich durch die zusätzliche Arbeit der Starttermin verschieben werde.

"Die SLS-Missionen und die Missionen, die von privaten Raumfahrtunternehmen versprochen wurden, werden die Nasa und die USA in die Lage versetzen, die Geheimnisse des Weltalls zu entschlüsseln und die Vormachtstellung der USA in der Weltraumforschung sichern", so Lightfoot. "Wir müssen mit jedem zusammenarbeiten, um unsere Führungsrolle im Weltraum zu verteidigen", heißt es weiter.

Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen: Bisher hat sich Donald Trump weder auf einen neuen Nasa-Administrator festgelegt, noch Details zu seiner Strategie verraten. Ob er sich an der Strategie seines Übergangsteams orientiert, wird sich zeigen. Und auch die Frage, ob Astronauten tatsächlich beim ersten Testflug an Bord der "Orion"-Kapsel sein werden, dürfte früher oder später beantwortet werden. Aktuell gehen Experten davon aus, dass der geplante Starttermin im Herbst 2018 selbst für einen unbemannten Testflug nur schwer zu halten ist: Es gibt sowohl technische als auch finanzielle Probleme.

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