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Raumfahrt SpaceX schreibt mit Recycling-Rakete Raumfahrtgeschichte

2. UpdateMit dem Start und der erneuten Landung einer recycelten Raketenstufe schreibt SpaceX Raumfahrtgeschichte und könnte die Branche revolutionieren: Raketenstarts könnten so deutlich günstiger werden.

Raketenstart
Die "Falcon 9" mit dem Satelliten SES-10 startet von Cape Canaveral Foto: SpaceX

Eigentlich war es ein ganz normaler Raketenstart. Eine "Falcon 9"-Rakete von SpaceX startete am späten Donnerstagabend (Ortszeit) vom historischen Launchpad 39A in Cape Canaveral in den Nachthimmel über Florida. An Bord: ein Kommunikationssatellit des luxemburgischen Satellitenunternehmens SES. Doch der Start hatte es in sich und könnte eine Revolution in der Raumfahrt einläuten: die erste Stufe der Rakete - der größte und teuerste Teil, in dem neben den Triebwerken auch der meiste Treibstoff untergebracht ist - war nicht neu, sondern recycelt. Sie kam erstmals bei einem Start im April 2016 zum Einsatz und schickte damals ein unbemanntes "Dragon"-Raumschiff mit gut drei Tonnnen Fracht zur Internationalen Raumstation ISS. Anschließend landete die erste Stufe der Rakete auf dem autonomen Drohnenschiff "Of Course I Still Love You" im Atlantik und wurde von SpaceX für den nächsten Start aufbereitet.

In den vergangenen Jahren gelangen SpaceX bei 13 Versuchen acht Landungen - doch dass eine gelandete Raketenstufe tatsächlich ein zweites Mal genutzt werden kann, diesen Beweis blieb SpaceX bislang schuldig. Ursprünglich war der zweite Start der recycelten Stufe bereits für 2016 geplant, doch die Explosion einer anderen SpaceX-Rakete beim Befüllen mit Treibstoff und die anschließende Untersuchung verzögerten den Start.

"Es ist ein unglaublicher Tag für die Raumfahrtindustrie", sagte SpaceX-Gründer Elon Musk nach der erneuten Landung der Raketenstufe. "Das wird letztendlich eine große Revolution in der Raumfahrt sein." Elon Musk ist gelungen, worauf er seit der Unternehmensgründung 2002 hinarbeitet: den teuersten Teil einer Rakete wiederverwendbar machen und so die Kosten für die Raumfahrt zu reduzieren. Bis zu 30 Prozent könne man durch die nutzung einer recycelten Rakete einsparen, hatte die SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell vor einiger Zeit erklärt. Das sind pro Start mehrere Millionen Dollar.

"Wir haben bewiesen, dass etwas getan werden kann von dem viele sagten, es sei unmöglich", erklärte Musk, nachdem klar war, dass die Raketenstufe wieder gelandet und der Satellit erfolgreich im All ausgesetzt war. Das nächste Ziel des ehrgeizigen Elon Musk steht auch schon fest: er will eine benutzte Raketenstufe innerhalb von 24 Stunden wieder einsatzbereit machen, erklärte er nach dem Start auf Twitter.

Auch andere Projekte von SpaceX sind ambitioniert: Bereits 2018 will das Unternehmen erstmals zwei Weltraumtouristen auf eine Reise um den Mond schicken, für 2020 hat Elon Musk einen ersten unbemannten Flug zum Mars angekündigt, 2024 will SpaceX die ersten Menschen zum roten Planeten fliegen. Langfristig ist es das erklärte Ziel von Musk, die Menschheit  "multiplanetar" zu machen. Die Wiederverwendbarkeit von Raketen und der dadurch kostengünstigere Zugang zum Weltraum ist für Musk ein erster wichtiger Schritt zu diesem Ziel.

Ob jedoch die Raketenstufe, die in der Nacht zum zweiten Mal auf dem Drohnenschiff im Atlantik gelandet ist, erneut fliegen wird, ist bisher noch nicht bekannt. Sie könnte auch einen Platz bei SpaceX bekommen - direkt neben der ersten Raketenstufe, der erstmals eine Landung gelungen ist.

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