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Raumfahrt "Blue Origin"-Rakete landet vertikal

Eine wiederverwendbare Rakete würde die Raumfahrt wesentlich günstiger machen. Bisher bemüht sich vor allem SpaceX um wiederverwertbare Raketen. Nun ist es jedoch "Blue Origin", dem Raumfahrtunternehmen von Amazon-Chef Jeff Bezos gelungen, eine Rakete sicher landen zu lassen.

"New Shepard" hebt zum ersten Testflug ab. Foto: Blue Origin

Raketenstarts in der Raumfahrt sind teuer, denn die Raketen sind nicht wiederverwendbar. Momentan werden die Teile, die zur Erde zurückfallen entweder zerstört oder zurückgelassen. Das heißt: Für jeden Raketenstart muss eine neue Rakete gebaut werden - Kosten, die man einsparen könnte, wenn man es schaffen würde, wiederverwertbare Raketen zu konstruieren. Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX versucht seit einiger Zeit, Raketen kontrolliert landen zu lassen; doch bisher gibt es keine Erfolgsmeldung.

Die kommt jetzt aus einer anderen - unerwarteten - Richtung: "Blue Origin", das Raumfahrtunternehmen des Amazon-Gründers Jeff Bezos hat es geschafft, ihre Rakete "New Shepard" vertikal landen zu lassen. Bezos persönlich verkündet den Erfolg auf Twitter, es ist sein erster Tweet überhaupt. "Eine kontrollierte Landung ist nicht einfach, aber wenn man es richtig macht, kann es einfach aussehen", schreibt er in seinem Tweet und verlinkt das Video, das den Start und die Landung der "New Shepard" zeigt.

Die "New Shepard" ist bis in eine Höhe von 100,5 Kilometern aufgestiegen - und hat damit knapp die Kármán-Linie, eine gedachte Grenze, die in einer Höhe von 100 Kilometern die Grenze zum Weltraum markiert, überschritten. Das Crewmodul, das später Weltraumtouristen ins All transportieren soll, bleibt etwa vier Minuten in der Schwerelosigkeit, bevor es wieder Richtung Erde zurückfällt und von Fallschirmen abgebremst wird. Um die Rakete zu landen wurden die Triebwerke erneut gezündet, die letzten dreißig Meter zurück zum Boden legte die Rakete mit etwa sieben Kilometern pro Stunde zurück.

Ursprünglich sollte die Rakete bereits bei einem Test im April wieder auf der Erde landen, doch ein Druckabfall im Hydrauliksystem verhinderte das. "Wir werden bald wieder bereit sein, zu fliegen", verkündete Bezos damals. Nun hat er es geschafft und das Rennen gegen SpaceX gewonnen. Elon Musk, Chef von SpaceX gratulierte Bezos auf Twitter, erklärte jedoch gleich im Anschluss, dass es einen Unterschied gebe zwischen dem, was SpaceX vorhabe und dem, was "Blue Origin" tue: SpaceX beliefert bereits mit unbemannten "Dragon"-Kapseln die Internationale Raumstation ISS, während "Blue Origin" hauptsächlich Weltraumtouristen über die Grenze zum All bringen will.

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