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Progress Rekordflug zur ISS

Zwei Tage dauert es normalerweise, bis ein Raumfrachter die ISS erreicht, die schnellste Verbindung dauert sechs Stunden. Nun haben es die Russen geschafft, einen Raumfrachter in dreieinhalb Stunden zur ISS zu schicken.

Raketenstart
Eine Sojus-Rakete startet vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. (Archivbild) Foto: rtr

Gut zwei Tage dauert es in der Regel vom Start einer Sojus-Rakete bis zur Ankunft an der Internationalen Raumstation ISS. Auf einer verkürzten Flugbahn dauerte die Reise bisher immer noch gut sechs Stunden - erstmals erprobt wurde das 2012. Nun hat ein russischer Weltraumfrachter auf dem Weg zur ISS einen neuen Rekord aufgestellt: Gut dreieinhalb Stunden dauerte es vom Start der russischen Sojus-Trägerrakete im russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan (23:51 Uhr MESZ) bis zum Andocken der Transport-Kapsel „Progress MS-09“ an der ISS (3:31 Uhr MESZ).

An Bord waren 2,5 Tonnen Nachschub für die Astronauten, die sich derzeit auf der ISS befinden: Treibstoff und Nahrung, Ausrüstung für Experimente und Geräte zur Instandhaltung der Station.

Geplant ist, dass noch ein weiterer unbemannter Test der Kurzstrecke zur ISS durchgeführt wird, bevor dann auch bemannte Raumkapseln die Kurzstrecke testen sollen, wie der Leiter des Raketenbaukonzerns Energija, Alexander Kaleri, der Agentur Tass zufolge erklärte. Mehrere Tests des Schnellverfahrens waren zuvor aus Sicherheitsgründen abgesagt worden.

Um mit einer bemannten oder unbemannten Raumkapsel die ISS zu erreichen, ist einiges an Planung notwendig: Die Flughöhe der ISS muss passen und auch die Uhrzeit des Starts. Nach dem Start muss die Kapsel eine Aufholjagd beginnen: Sie umrundet die Erde und zündet dabei immer wieder ihre Triebwerke, um letztendlich die Höhe der ISS zu erreichen. Auch die Geschwindigkeit muss angepasst werden, so dass Raumkapsel und Raumstation nicht ineinander krachen, sondern die Kapsel sachte andocken kann.

Seit Anfang Juni arbeitet der deutsche Astronaut Alexander Gerst auf der ISS, zusammen mit zwei Russen und drei US-Amerikanern führt er dort Experimente durch, wartet die Raumstation und twittert immer wieder beeindruckende Bilder der Erde von oben. Gersts Reise zur ISS hatte noch zwei Tage gedauert - sollte er in Zukunft noch einmal zur ISS fliegen, könnte die Reise deutlich abgekürzt werden. (mit dpa)

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