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„Planet 9“ Vier mögliche „Planet 9“-Kandidaten gefunden

Zahlreiche Astronomen und Bürgerwissenschaftler sind auf der Suche nach „Planet 9“. Nun könnte die Suchaktion Erfolg haben: Vier bislang unbekannte Himmelskörper sollen nun genauer überprüft werden.

Mysteriöser Himmelskörper
Bisher hat niemand den mutmaßlichen neunten Planeten zu Gesicht bekommen. Foto: Caltech/R. Hurt (IPAC)

Als vor gut einem Jahr zwei Astronomen Beweise für die Existenz eines bisher unbekannten neunten Planeten in unserem Sonnensystem vorlegten, war klar: erstmals seit der Entdeckung des Neptun im Jahr 1846 könnten Menschen wieder einen unbekannten Planeten entdecken. Seitdem sind zahlreiche Wissenschaftler auf der Suche nach „Planet 9“, wie der unbekannte Himmelskörper genannt wird. Die jüngsten Versuche beziehen „Bürgerwissenschaftler“ - also Laien, die sich ohne Fachwissen und spezielle Ausrüstung beteiligen können - mit ein.

Auf der Website „Backyard Worlds: Planet 9“ kann jeder Internetnutzer dabei helfen, Aufnahmen zu sichten, die das Weltraumteleskop „Wise“ im Infrarot-Spektrum gemacht hat. Neben so genannten braunen Zwergen könnte sich auch „Planet 9“ in den Daten verbergen, glauben die Astronomen. Parallel dazu hat ein weiteres Projekt Daten des australischen Teleskops „SkyMapper“ für Bürgerwissenschaftler zur Verfügung gestellt.

In weniger als drei Tagen haben 60.000 Interessierte beinahe 120.000 Bilder von „SkyMapper“ durchforstet - eine Aufgabe, die nach Angaben von Brad E. Tucker, Astronom an der Australian National University, vier Jahre gedauert hätte, wenn sie eine Person alleine übernommen hätte. Einer der Freiwilligen hat demnach alleine 12.000 Bilder begutachtet und klassifiziert, wie Tucker berichtet.

Erfolgreich war das Durcharbeiten der 120.000 Bilder bereits jetzt: Die Bürgerwissenschaftler haben unter anderem mehrere bereits bekannte Asteroiden sowie die - ebenfalls bekannten - Zwergplaneten Chiron und Comacina identifiziert. Das zeige, dass man mit diesem Ansatz auch „Planet 9“ finden könne, wenn er sich in den Aufnahmen verstecke, gibt sich Tucker optimistisch. Vier unbekannte Objekte, die bei der Suche entdeckt wurden, wollen sich die Forscher genauer anschauen. Bei ihnen könnte es sich möglicherweise um „Planet 9“ handeln - es könnten jedoch auch andere Himmelskörper - etwa Zwergplaneten oder Asteroiden - sein.

Auch wenn man bisher keine bekannten Aufnahmen von „Planet 9“ hat und auch seine genaue Position nicht kennt, weiß man doch schon einiges über den Planeten: Er muss die zehnfache Masse der Erde haben, zwanzig Mal weiter von der Sonne entfernt sein als Neptun - und etwa 10.000 bis 20.000 Jahre für einen Umlauf um die Sonne brauchen. In die Region, in der der Planet vermutet wird, dringt nur wenig Sonnenlicht - daher hat man den Planeten bisher vermutlich noch nicht entdeckt.

Auf seine Spur gekommen sind die Astronomen Konstantin Batygin und Michael E. Brown vom California Institute of Technology in Pasadena durch die Bewegung von Zwergplaneten im Kuipergürtel: Sie konnten alleine durch die bekannten Objekte im Sonnensystem nicht erklärt werden - es musste ein bisher unbekanntes Objekt geben, das die Bewegung der Zwergplaneten beeinflusst. Mathematische Modelle und Computersimulationen folgten und schließlich wurde 2016 die Forschungsarbeit veröffentlicht.

Michael E. Brown ist im Übrigen kein Unbekannter: Er war dafür verantwortlich, dass Pluto im Jahr 2006 den Planetenstatus aberkannt bekam. „Alle Leute, die wütend auf mich sind, weil Pluto kein Planet mehr ist, können sich freuen, dass es da draußen noch einen Planeten zu finden gibt“, sagte Brown nach der Veröffentlichung der Forschungsarbeit mit einem Augenzwinkern. Brown, der sich auf Twitter selbst „Plutokiller“ nennt, würde den Planeten liebend gern selbst entdecken, wie er nach der Veröffentlichung der Forschungsarbeit im vergangenen Jahr zugab. „Aber ich wäre auch glücklich, wenn jemand anders ihn findet.“ Auf Twitter feuerte er erst kürzlich die Astronomen rund um Brad E. Tucker an: „Ich will nur sagen: Ihr seid super. Wir würden uns freuen, wenn ihr ihn findet!“

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