Lade Inhalte...

Philae und Rosetta Suche nach "Philae" geht weiter

Sieben Monate nach der Landung des Minilabors "Philae" auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" ist noch unklar, wo genau die Sonde gelandet ist. Forscher hoffen, dass "Philae" sich bald aus ihrem Winterschlaf zurückmeldet - dann wird auch die Suche nach der Sonde einfacher.

Sonde "Philae" auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. (Grafik) Foto: dpa/ESA/ATG medialab

Knapp sieben Monate nach der historischen Landung der Raumsonde "Philae" auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" ist immer noch unklar, wo genau auf der Oberfläche des Kometen sich das Forschungslabor befindet. Seit "Philae" am 15. November nicht mehr genügend Energie hatte und in eine Art "Winterschlaf" fiel, hat die Sonde sich nicht mehr zurückgemeldet.

Doch bei der Suche nach dem Standort des Landers gibt es Fortschritte: "Wir konnten seinen aktuellen Standort bisher auf einen Bereich von 16 mal 160 Meter eingrenzen", erläutert Dr. Stephan Ulamec, "Philae"-Projektleiter im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Suche nach "Philae" erweist sich als schwierig: Auf den Aufnahmen, die eine Kamera an Bord der Muttersonde "Rosetta" von der Oberfläche des Kometen gemacht hat, ist "Philae" nur wenige Pixel groß - und muss erst einmal entdeckt werden.

"Es ist extrem schwierig, den Lander in dem unebenen Gelände zu orten und mit Sicherheit zu sagen: Dort steht Philae", erläutert Dr. Ekkehard Kührt, Planetenforscher am DLR. Auf Bildern, die einen Monat nach der Landung aufgenommen wurden, haben die Wissenschaftler einen hellen Fleck entdeckt, bei dem es sich um die vermisste Raumsonde handeln könnte. Doch ob es tatsächlich "Philae" ist, ist unklar.

Leichter würde die Suche nach "Philae", wenn das Minilabor wieder genügend Energie bekäme und wieder anfinge, wissenschaftliche Daten zur Erde zu schicken. Darauf hoffen die Forscher, die an der Mission beteiligt sind, bereits seit dem Moment, in dem die Sonde ihre Arbeit nach fast 60 Stunden und zahlreichen wissenschaftlichen Experimenten einstellte.

Je näher der Komet der Sonne kommt, desto größer ist auch die Chance, dass die Sonde wieder ausreichend Energie bekommt. Nach Angaben des DLR benötigt "Philae" mindestens fünf Watt und eine Betriebstemperatur über -45 Grad Celsius, um sich selbstständig in den Betriebsmodus zu schalten. Etwa 19 Watt sind nötig, um wieder mit der Erde kommunizieren zu können. Da "Philae" jedoch über die Muttersonde "Rosetta" mit der Erde kommuniziert, muss nach Angaben des DLR "die Konstellation der beiden zueinander günstig sein".

"Rosetta" umkreist den Kometen derzeit in einem Abstand von etwa 200 Kilometern, um den Staub- und Gasfontänen aus dem Weg zu gehen, die der Komet, der bei der Annäherung an die Sonne immer aktiver wird, verströmt.

Auf der Erde wächst die Hoffnung, dass "Philae" sich tatsächlich zurückmeldet. "Das Team am DLR-Lander-Kontrollzentrum hat sich in den vergangenen Wochen auf den Betrieb von Philae und seiner Instrumente vorbreitet – jetzt hoffen wir, dass er sich bei uns meldet", sagt Philae-Projektleiter Stephan Ulamec.

Die Sonde "Philae" wurde am 12. November 2014 im Rahmen der "Rosetta"-Mission der europäischen Raumfahrtorganisation ESA auf dem Kometen abgesetzt. Dabei hüpfte sie mehrmals, bevor sie zum Stillstand kam. Da der Landeplatz schattiger war als geplant, ging der Sonde die Energie aus. Die Muttersonde "Rosetta" begleitet den Kometen auf seinem Weg zum sonnennächsten Punkt (Perihel), den der Komet am 13. August 2015 erreichen wird. "Rosetta" soll dabei beobachten, was mit dem Kometen passiert, wenn er sich erhitzt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum