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Philae Rosetta Wissenschaftler geben "Philae" auf

Die Kometensonde "Philae" wird sich wohl nicht mehr melden. Ihr steht ein ewiger Winterschlaf auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" bevor. "Rosetta" soll trotzdem weiter nach der Sonde Ausschau halten.

Grafische Darstellung: "Philae" auf der Oberfläche des Kometen. Foto: AFP/ESA Medialab

Sieben Monate sind vergangen, seit die Kometensonde "Philae" sich zuletzt von ihrem Standort auf der Oberfläche des Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" gemeldet hat. Seitdem haben sich die Bedingungen auf dem Kometen so sehr verschlechtert, dass die beteiligten Forscher davon ausgehen, dass "Philae" sich nicht mehr erholen wird. "Die Chance, dass Philae unsere Team im Kontrollzentrum kontaktieren wird, nähert sich Null", erklärt "Philae"-Projektmanager vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Wir senden keine Kommandos mehr und es wäre sehr überraschend, wenn wir ein Signal erhalten würden."

Auch ESA-Missionsbetriebsleiter Paolo Ferri hat kaum noch Hoffnung auf Kontakt: "Wir nehmen an, dass "Philae" nicht mehr aufwachen wird", sagt er und verweist auf die Bedingungen auf dem Kometen: Es sei mittlerweile zu dunkel und zu kalt für "Philae".

Das Landegerät ist am 12. November 2014 nach einem siebenstündigen Abstieg auf dem Kometen gelandet - jedoch nicht an der geplanten Landestelle, sondern an einer mehr als einen Kilometer entfernten Position. Vorher ist "Philae" zwei Stunden lang über den Kometen "gehüpft" und hat ihn dabei vier Mal berührt, zeigt eine Rekonstruktion der Landung.

Mitte Januar schickten die Experten des DLR ein Kommando, das die Raumsonde "Philae" aufwecken sollte. Doch das Kommando verhallte ungehört im All. Es war der letzte Versuch, die Raumsonde noch einmal zu erreichen.

Unterdessen zieht die Muttersonde "Rosetta" weiter ihre Kreise um den Kometen und wird sich ihm nun auf zehn bis zwanzig Kilometer nähern. Bevor letztendlich die Mission von "Rosetta" ebenfalls auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" enden wird, will man hochauflösende Bilder von "Philaes" Landeplatz machen. "Das würde uns ermöglichen, den Kontext der Messungen, die "Philae" gesammelt hat, besser zu verstehen", erklärt der "Rosetta"-Projektwissenschaftler Matt Taylor. "Rosetta ist die Kirsche auf der Torte Rosetta-Mission und wir wollen sehen, wo die Kirsche wirklich ist."

Der Komet, um den "Rosetta" kreist, entfernt sich währenddessen immer weiter von der Sonne. Bald werden die Temperaturen so niedrig sein, dass "Philae" nicht mehr funktionieren kann. Trotzdem will man die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben: "Wir werden weiter nach "Philae" lauschen, bis es nicht mehr möglich ist", so "Rosetta"-Missionsmanager Patrick Martin.

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