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Philae Rosetta Komet Hat "Philae" auf dem Kometen gebohrt?

In Europa werden die Daten der Forschungssonde "Philae" ausgewertet. Ob ihre Instrumente den Kometen tatsächlich angebohrt und eine Bodenprobe analysiert haben, versuchen die Wissenschaftler derzeit zu klären. Klar ist dagegen, wie es für die Muttersonde "Rosetta" weitergeht.

ESA-Animation: Der Kometen-Lander "Philae" ist auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" gelandet. Foto: dpa/ESA/J. Huart

Während die Forschungsonde "Philae" sich im Schlafmodus auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" befindet, geht die Arbeit auf der Erde weiter. Daten, die vor Beginn des Schlafmodus zur Erde geschickt wurden, werden von verschiedenen Teams in Europa ausgewertet, erste Erkenntnisse wurden bereits veröffentlicht. Die Frage, die man nun klären möchte ist, ob es den Instrumenten von "Philae" überhaupt gelungen ist, die Oberfläche des Kometen anzubohren.

Das Instrument "SD2" (Sample, Drilling and Distribution) sollte bis zu 23 Zentimeter tief bohren, um Bodenproben zu nehmen, die die Instrumente "COSAC" und "PTOLEMY" anschließend analysieren sollten. Fest steht bisher, dass sich der Bohrer bewegt hat. Ob er allerdings tatsächlich in den Boden gebohrt oder stattdessen die Sonde nach oben gedrückt hat, ist noch unklar. Auch die Frage, ob "SD2" eine Probe des Kometen an die Instrumente zur Analyse geliefert hat, ist derzeit noch nicht geklärt.

Die Hoffnung ruht jetzt auf anderen Instrumenten. Beispielsweise könnten Aufnahmen der Kamera "ROLIS" etwas Licht ins Dunkel bringen: Die Kamera fotografierte den Kometenboden vor und nach einer Bewegung der Sonde - möglicherweise kann man auf den Aufnahmen Bohrspuren erkennen.

Holprige Landung

Die Landung von "Philae" lief nicht wie geplant, nach drei Landungen konnte die Sonde nicht auf der Oberfläche des Kometen befestigt werden. Auch eine Düse, die die Sonde während der Landung auf den Boden drücken sollte, funktionierte nicht. Später stellte sich heraus, dass "Philae" an einer anderen - ungünstigen - Stelle gelandet war. Wegen des fehlenden Sonnenlichts an dieser Stelle ging "Philae" nach gut 60 Stunden Betrieb in den Ruhezustand, aus dem die Sonde jedoch wieder aufwachen könnte, wenn sich die Sonneneinstrahlung erhöht.

"Wir hoffen, dass Philae aufwacht und wir mehr Messungen auf dem Kometen durchführen können", sagt Mario Salatti, "Philae"-Manager für die italienische Raumfahrtorganisation ASI. Er hofft auf einen weiteren Bohrversuch mit "SD2" und kann der neuen Landestelle gar etwas Positives abgewinnen: Da es dort schattiger sei, sei möglicherweise die Temperatur niedriger als an der geplanten Landestelle. "Wenn Philae aufwacht, könnte sie länger in Betrieb bleiben als erwartet", glaubt Salatti. Es sei sogar möglich, dass sie bis zum Perihel, der größten Annäherung des Kometen an die Sonne, aktiv bleibe. "Das wäre aufregend", so Salatti.

Bis zum Perihel und darüber hinaus soll die Muttersonde "Rosetta" den Kometen begleiten. Ihr Augenmerk liegt dabei auf den Veränderungen, die der Komet durchläuft, während er sich der Sonne nähert und sich dabei schrittweise erwärmt. Wenn die gefrorenen Gase auf und unter der Oberfläche des Kometen durch die Wärme der Sonne auftauen, entsteht rund um den Kometenkern die so genannte "Koma", der Kometenschweif. "Rosetta" soll die erste Raumsonde sein, die diese Entwicklung aus nächster Nähe beobachten kann.

Doch bis es so weit ist, wird die Sonde ihre Routine-Beobachtungen wieder aufnehmen, erklärt ESA-Flugdirektor Andrea Accomazzo. Die Phase, in der der Komet begleitet wird, wird sich bis weit ins kommende Jahr hineinziehen. Am 13. August 2015 soll sich der Komet "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" der Sonne bis auf 186 Millionen Kilometer nähern. Bis dahin muss sich "Rosetta" weiter vom Kometen entfernen, um nicht von der "Koma" in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Vorerst soll sie jedoch in etwa 30 Kilometer Entfernung vom Kometen bleiben, im Dezember ist eine zehntägige Annäherung auf bis zu 20 Kilometer geplant, im Januar soll "Rosetta" noch tiefer fliegen und sich bis etwa fünf Kilometer an den Kometen heranwagen, erklärt ESA-Flugbetriebsleiter Paolo Ferri. (mit dpa)

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