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"New Horizons" und Pluto Raumsonde fliegt an Pluto vorbei

Seit 2006 ist Pluto kein Planet mehr - trotzdem hat er Besuch von einer Raumsonde bekommen. Die Nasa-Sonde "New Horizons" hat dem Zwergplaneten einen kurzen Besuch abgestattet - ein Meilenstein der Raumfahrt. Erste Bilder werden erst später erwartet.

Auf der Oberfläche des Pluto ist tatsächlich ein Herz zu erkennen (hellerer Bereich in der unteren Hälfte). Das Bild wurde in einer Entfernung von 766.000 Kilometern gemacht. Foto: NASA/Instagram

Als im August 2006 Pluto, der bis dahin äußerste Planet unseres Sonnensystems, zum Zwergplaneten degradiert wurde, war der Aufschrei groß. Die Raumsonde "New Horizons" der US-Raumfahrtorganisation Nasa war zu diesem Zeitpunkt schon seit mehreren Monaten auf dem Weg zu Pluto. Nun hat die Raumsonde ihr Ziel erreicht, mit einer Geschwindigkeit von 49.600 Kilometern pro Stunde ist sie in einer Entfernung von gut 12.000 Kilometern an Pluto vorbeigeflogen.

Die Annäherung an Pluto ist riskant für die Raumsonde, da bereits der Zusammenprall mit kleinen Staubteilchen große Schäden anrichten kann. Da "New Horizons" nicht gleichzeitig Daten sammeln und zur Erde schicken kann, wird es einige Zeit dauern, bis die Forscher auf der Erde eine Erfolgsmeldung erhalten. Bis 3:00 Uhr nachts (MESZ) müssen die Forscher warten, bis sie erfahren, ob die Mission wie geplant verlaufen ist. In den Tagen und Wochen danach werden nach und nach die gesammelten Daten zur Erde geschickt.

Auf seiner Reise zu Pluto hat "New Horizons" in neuneinhalb Jahren 4,8 Milliarden Kilometer zurückgelegt - auf dem Zwergplaneten zu landen war jedoch nicht geplant. Doch auch aus einer Entfernung von gut 12.000 Kilometern sollte "New Horizons" viele neue Erkenntnisse liefern: Bisher stammten die besten Pluto-Bilder vom "Hubble"-Weltraumteleskop - und die waren sehr verschwommen. Bereits auf Bildern, die "New Horizons" vor einigen Tagen aufgenommen hat, konnte man Details der Oberfläche von Pluto und seinem Mond Charon erkennen.

Die Forscher interessieren sich besonders für den geologischen Aufbau der beiden Himmelskörper. Außerdem sollen die Oberflächen von Pluto und Charon kartiert und die Atmosphäre von Pluto untersucht werden. Wenn diese Aufgaben erfüllt sind, gilt die Mission bei der US-Raumfahrtorganisation Nasa als Erfolg.

Erste Erfolge konnte die Nasa-Mission schon vor der größten Annäherung vorweisen: Aktuelle Bilder zeigen, dass Charon ein zerklüfteter Mond mit vielen Kratern ist. Ein Krater auf der südlichen Halbkugel ist länger und tiefer als der Grand Canyon auf der Erde, hat ein Forscher der Nasa berechnet. "New Horizons hat unseren Blick auf diesen entfernten Mond verändert: Von einem nichtssagenden Eisball in eine Welt, die geologische Aktivitäten zeigt", erklärt William McKinnon, der zum Geologie-Team der "New Horizons"-Mission gehört.

Auch die Größe des Zwergplaneten Pluto konnten die Wissenschaftler bereits vor der größten Annäherung an den Himmelskörper genauer bestimmen. Nach Angaben der Nasa hat Pluto einen Durchmesser von 2370 Kilometern und ist damit etwas größer, als bisher vermutet. "Über die Größe von Pluto wurde debattiert, seit der Himmelskörper im Jahr 1930 entdeckt wurde. Endlich können wir diese Frage beantworten", freut sich McKinnon.

Der Entdecker von Pluto, der US-Astronom Clyde William Tombaugh, ist im Jahr 1997 gestorben und hat daher nicht mehr mitbekommen, dass der von ihm entdeckte Himmelskörper zum Zwergplaneten degradiert wurde. Trotzdem hat er Anteil an der Mission: An Bord von "New Horizons" befindet sich ein Teil seiner Asche.

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