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New Horizons Pluto-Flyby Warten auf die Bilder von Pluto

Die Raumsonde "New Horizons" hat ihren Vorbeiflug am Zwergplaneten Pluto und dessen Mond Charon heil überstanden. Nun fliegt die Raumsonde weiter in den Kuipergürtel hinein und soll dort weitere Objekte unter die Lupe nehmen. Auf der Erde wartet man unterdessen auf die ersten Bilder von Pluto.

Auf der Oberfläche des Pluto ist tatsächlich ein Herz zu erkennen (hellerer Bereich in der unteren Hälfte). Das Bild wurde in einer Entfernung von 766.000 Kilometern gemacht. Foto: NASA/Instagram

Die Nasa-Raumsonde hat ihren Vorbeiflug am Zwergplaneten Pluto und dessen Mond Charon heil überstanden. Wie geplant meldete sie sich Stunden nach dem so genannten "Flyby"-Manöver zurück und schickte erste Daten zur Erde. Im Kontrollzentrum der US-Raumfahrtorganisation Nasa brach Jubel aus. "Mit diesem großen Erfolg haben wir eine ganze Generation von Entdeckern inspiriert", freute sich Nasa-Chef Charles Bolden nach der guten Nachricht. "Das ist ein historischer Sieg für die Wissenschaft." US-Präsident Barack Obama gratulierte auf Twitter.

Der Flug in die Nähe des Zwergplaneten Pluto war nicht ohne Risiko: Die Raumsonde, die sich mit einer Geschwindigkeit von fast 50.000 Kilometern in der Stunde bewegt, hätte großen Schaden davontragen können, wenn sie auch nur mit kleinsten Teilen zusammengestoßen wäre. Doch es ging alles gut.

Die Verzögerung zwischen dem tatsächlichen Vorbeiflug am Mittag des 14. Juli und der Rückmeldung in der Nacht auf den 15. Juli liegt darin begründet, dass "New Horizons" nicht gleichzeitig Daten sammeln und zur Erde schicken kann. Da der Vorbeiflug am Pluto ein einmaliges Ereignis ist, musste die Zeit genutzt werden, um möglichst viele Daten zu sammeln - die erst danach zur Erde geschickt werden. Bis die Signale aus dem äußersten Sonnensystem zur Erde gelangen, vergehen aufgrund der großen Entfernung noch einmal viereinhalb Stunden.

Bilder vom Vorbeiflug am Pluto gibt es noch nicht - die bisher beste Auflösung hat ein Bild, das aus einer Entfernung von 766.000 Kilometern aufgenommen wurde. "New Horizons" flog in einer Entfernung von etwa 12.500 Kilometern an dem Zwergplaneten vorbei, muss die Bilder aber erst noch zur Erde senden. Bis alle Daten, die die Raumsonde von Pluto und seinen Monden gesammelt hat, auf der Erde angekommen sind, vergehen nach Angaben der Nasa insgesamt 16 Monate.

"Die spannendsten Erkenntnisse aus der Pluto-Forschung liegen noch vor uns", sagte Nasa-Mitarbeiter John Grunsfeld. "Ein neues Zeitalter der Erforschung unseres Sonnensystems fängt gerade erst an." Damit spielt Grunsfeld nicht nur auf die aktuellen und künftigen Missionen der Nasa zum Mars und dem Jupiter-Mond Europa an, sondern auch auf die weiteren Aufgaben der Raumsonde "New Horizons". Die soll noch tiefer in den Kuipergürtel, den äußersten Bereich des Sonnensystems, in dem sich auch Pluto befindet, vordringen und dort weitere Objekte untersuchen.

Start im Januar 2006

Die Mission zum Pluto begann vor neuneinhalb Jahren mit einem Raketenstart im US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Zu diesem Zeitpunkt - im Januar 2006 - galt Pluto noch als neunter und äußerster Planet unseres Sonnensystems. Das änderte sich nur Monate nach dem Start, als Pluto im August 2006 den Planetenstatus aberkannt bekam. Trotzdem blieb die Reise zum Pluto für die Forscher von Interesse. Schließlich konnte nicht einmal das "Hubble"-Weltraumteleskop scharfe Bilder des Himmelskörpers liefern. "New Horizons" lieferte bereits Monate vor dem Vorbeiflug an Pluto bessere Bilder als "Hubble". Wie die Bilder vom Vorbeiflug aussehen, bleibt abzuwarten. Bisher hat die Nasa keins der Bilder, die in einer Entfernung von bis zu 12.500 Kilometern entstanden sind, veröffentlicht.

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