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"New Horizons" Nasa zeigt Bilder von Pluto und Charon

Die US-Raumfahrtorganisation Nasa zeigt erste Bilder vom Vorbeiflug der Sonde "New Horizons" an Pluto und seinem Mond Charon. Aus den faszinierenden Aufnahmen vom Ende des Sonnensystems können die Forscher bereits einiges herauslesen.

Detailaufnahme der Oberfläche von Pluto. Die Berge, die zu sehen sind, sind bis zu 3500 Meter hoch und bestehen aus Wassereis. Auf der Oberfläche gibt es keine Einschlagskrater - sie muss daher verhältnismäßig jung (nicht älter als 100 Millionen Jahre) sein. Foto: NASA-JHUAPL-SwRI

Lange haben die US-Raumfahrtorganisation Nasa und das Team der "New Horizons"-Mission die Welt warten lassen: Erst gut 30 Stunden nach dem gelungenen Vorbeiflug der Raumsonde "New Horizons" am Zwergplaneten Pluto und seinem Mond Charon stellten die Beteiligten erste Bilder vor, die während des Vorbeiflugs entstanden sind.

Etwa 12.500 Kilometer entfernt war die Sonde, als sie die Bilder machte, auf denen die Oberfläche des Zwergplaneten und seines größten Mondes Charon so gut zu erkennen sind wie nie zuvor. Die bis dato schärfste Aufnahme der Pluto-Oberfläche stammte vom Tag vor der größten Annäherung und wurde aus einer Entfernung von 766.000 Kilometern gemacht. Nicht nur die Nasa, auch zahlreiche Internetnutzer meinten, darauf ein Herz zu erkennen. Manche interpretierten auch die Umrisse der Disney-Figur "Pluto" in eine hellere Oberflächenformation des Zwergplaneten. Worum es sich bei dem helleren Oberflächenteil handelt, werden Wissenschaftler sicher erforschen - doch erst einmal staunen sie selbst über die Bilder, die die Raumsonde neuneinhalb Jahre nach ihrem Start zur Erde schickte.

Bereits eineinhalb Stunden vor der Präsentation der ersten "Flyby"-Bilder twitterte der offizielle Nasa-Account ein Bild, das staunende Forscher vor einem Laptop zeigte. Der Astronom Andy Rivkin, der die Bilder vorab sehen konnte, berichtete auf Twitter von "unglaublichen Bildern".

Und er hatte nicht zu viel versprochen: Zuerst präsentierten die Nasa-Forscher ein pixeliges Bild des Pluto-Monds Hyrda. "Bisher waren wir sehr unsicher, wie groß Hydra ist", erklärte Forscher Hal Weaver. "Jetzt können wir die Pixel zählen." Hydra sei etwa 45x30 Kilometer groß, die Oberfläche könnte größtenteils aus Wassereis bestehen.

"Der Pluto-Mond Charon hat uns umgehauen", erzählte anschließend die Forscherin Cathy Olkin. "es steckt so viel interessante Wissenschaft in diesem einen Foto", betonte sie, als sie eines der Bilder von Charons Oberfläche zeigte. Der Mond sei aktiv gewesen, erläutern die Wissenschaftler beweisen Humor: Eine dunkle Stelle am Nordpol des Monds hätten sie "Mordor" genannt, in Anlehnung an den "Herrn der Ringe".

Anschließend geht es weiter zum Pluto: Die Region, in der viele ein Herz erkannt haben, haben die Forscher nach dem Pluto-Entdecker benannt: "Tombaugh Regio". Ein Detailbild zeigt die Oberfläche des Pluto, die sehr unregelmäßig wirkt. Trotzdem, erklärt ein Forscher, habe man keinen Einschlagkrater entdeckt. Das deute darauf hin, dass die Oberfläche verhältnismäßig jung, jünger als 100 Millionen Jahre, sei. "Das ist eine der jüngsten Oberflächen, die wir im gesamten Sonnensystem gesehen haben", so Wissenschaftler Jeff Moore.

Die Berge, die auf dem Bild zu sehen sind, sind etwa 3500 Meter hoch. "Wir sehen die Eiskruste von Pluto ist stark genug, um Berge aufzutürmen", so Alan Stern. Er glaubt, dass es im Innern des Zwergplaneten bis heute Aktivität geben müsse, möglicherweise Geysire. Noch habe man keine Geysire entdeckt, doch man halte danach Ausschau. Dafür dürften die Forscher noch ausreichend Gelegenheit haben: Bis alle Daten vom Vorbeiflug an Pluto zur Erde gesendet wurden, vergehen insgesamt 16 Monate.

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