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Nasa-Sonde „Cassini“ verglüht in Saturnatmosphäre

Nach fast 20 Jahren im All verglüht die Nasa-Sonde „Cassini“ in der Atmosphäre des Saturns.

15.09.2017 14:37
Cassini
Ein „Cassini“-Modell. Foto: afp

Ein riesiger Gasplanet, umgeben von sieben großen Ringen und mindestens 62 Monden - diese fremde Welt weit draußen im Sonnensystem war 13 Jahre lang Heimat der Saturnsonde „Cassini“. Nun ist die Mission beendet, die zu den erfolgreichsten der Raumfahrtgeschichte zählt: Am 15. September ging „Cassini" auf Kollisionskurs mit Saturn und verglühte in einem kontrollierten Sturzflug in dessen Atmosphäre.

Der Grund für „Cassinis“ Ende ist Treibstoffmangel, denn nach fast 20 Jahren im All gingen der Nasa-Sonde die Antriebsreserven aus. Im Oktober 1997 gestartet, erreichte „Cassini“ mit der europäischen Landesonde „Huygens“ huckepack Anfang Juli 2004 den Saturn. Seither zog sie ihre Bahnen durch das faszinierende Saturnsystem, entdeckte neue Ringe und Monde und enthüllte viele Geheimnisse des zweitgrößten Planeten im Sonnensystem.

Ein erster Paukenschlag der überaus erfolgreichen Planetenmission war im Januar 2005 die Landung von „Huygens“ auf dem größten Saturnmond Titan. Die Messdaten der nach dem niederländischen Astronomen Christian Huygens (1629 bis 1695) benannten und einer fliegenden Untertasse ähnelnden Landesonde offenbarten eine eisige Landschaft auf Titan mit riesigen Seen aus Methan in der Nähe der Pole.

„Cassini“ entdeckt Wasser auf Enceladus

In den Folgejahren erforschte die „Cassini“-Sonde, die den Namen des französischen Astronomen Giovanni Domenico Cassini (1625 bis 1712) trägt, nach und nach die geheimnisvolle Welt des Saturn. Dabei lieferte sie nicht nur beeindruckende Bilder der Saturnringe, sondern präsentierte den Wissenschaftlern auch völlig unerwartete Forschungsergebnisse: Zu „Cassinis“ spektakulärsten Entdeckungen zählt der Nachweis eines unterirdischen flüssigen Ozeans auf dem kleinen Saturnmond Enceladus.

Die Existenz flüssigen Wassers nährte die Vermutung, dass Enceladus oder auch Titan günstige Bedingungen für das Entstehen von Leben bieten könnten. Laut dem Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) gaben diese Entdeckungen von „Cassini“ auch den Ausschlag für das spektakuläre Ende der Mission - also den kontrollierten Absturz der Sonde in die Saturnatmosphäre, den die Nasa „Grand Finale“ nennt.

Denn die Alternative, die Raumsonde mit den letzten Treibstoffreserven auf eine mehr oder weniger stabile Umlaufbahn um den Saturn zu bringen, barg ein entscheidendes Risiko, teilte das MPS jüngst mit: „Durch kleine Störungen könnte die Sonde im Laufe der Zeit vom Kurs abkommen, auf einen der Monde stürzen und diesen kontaminieren.“

Nach Nasa-Angaben war es nämlich durchaus denkbar, dass irdische Mikroben an Bord von „Cassini“ die lange Reise durchs Weltall überlebt hätten. Der Sturzflug in den Gasplaneten bot somit die sicherste Möglichkeit einer „umweltschonenden“ Entsorgung der Sonde, wie das MPS erklärte, an dem unter anderem ein Teilchendetektor von „Cassini“ entwickelt wurde.

Plutonium an Bord

Vor dem Start von „Cassini“ 1997 hatten Kritiker auf die Gefahr einer ganz anderen Kontamination hingewiesen - nicht durch Mikroben, sondern durch die mit radioaktivem Plutonium betriebenen Batterien an Bord der Sonde. Gegner der Mission befürchteten damals ein Unglück beim Start oder ein Verglühen von „Cassini“ in der Erdatmosphäre bei einem späteren dichten Vorbeiflug der Sonde an unserem Planeten.

Doch die Mission verlief planmäßig, und schon bald trat der Streit um das Plutonium hinter die wissenschaftlichen Ziele des „Cassini/Huygens“-Projekts zurück. Nach fast zwei Jahrzehnten hieß es nun am Freitag „Goodbye, Cassini“: Um 13.55 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit traf der Abschiedsgruß der Saturnsonde auf der Erde ein - 83 Minuten nachdem die Sonde ihn ausgesendet hatte. Nun wird „Cassini“ für immer schweigen. (afp)

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