Lade Inhalte...

Nasa-Mission „InSight“ erforscht den Mars

Bei der Landung der „InSight“-Mission auf dem Mars hat alles funktioniert wie geplant. Ab Januar soll das Planeteninnere erkundet werden.

„InSight“
„InSight“-Projektmanager Tom Hoffman zeigt das erste Bild vom Mars. Foto: rtr

Die robotische Mars-Bevölkerung ist am Montagabend um einen Bewohner angewachsen: Die Nasa-Sonde „InSight“ ist erfolgreich auf dem roten Planeten gelandet, nachdem sie innerhalb eines guten halben Jahres 458 Millionen Kilometer zurückgelegt hat. Nach dem ruhig verlaufenden Flug war die Landung auf dem Mars nervenaufreibend für alle Beteiligten. Das ist nicht unüblich, denn Mars-Landungen sind äußerst schwierig.

Die Mars-Atmosphäre ist im Vergleich zur irdischen sehr dünn und bremst die Raumsonde bei ihrem Landeanflug kaum ab. Daher musste „InSight“ sehr schnell seine Geschwindigkeit drosseln: von knapp 20 000 Kilometern pro Stunde beim Eintritt in die Erdatmosphäre auf nur noch acht Kilometer pro Stunde bei der Landung. Für diesen Bremsprozess, der insgesamt nur sechseinhalb Minuten dauerte, kamen ein Fallschirm und zwölf Bremsdüsen zum Einsatz. Wegen der großen Entfernung zum Mars musste die Landung komplett autonom ablaufen, ein Eingreifen von der Erde aus war nicht möglich. Acht Minuten dauert es derzeit, bis ein Signal vom Mars die Erde erreicht - sobald das Signal vom Start der Landung bei der Nasa eintraf, war die Landung auf dem Mars bereits vorbei. Dieses nervenaufreibende Szenario hat bei der Nasa den Spitznamen „sieben Minuten des Terrors“ erhalten.

Doch es ging alles gut - auch Dank bewährter Technik: Die „InSight“-Mission vertraute auf die Landetechnik, die bereits bei der „Phoenix“-Mission 2008 erfolgreich war. Eine entscheidende Änderung gegenüber der Mission von 2008 trug dazu bei, dass aus den „sieben Minuten des Terrors“ keine Stunden des bangen Wartens wurden: Zwei kleine Satelliten, die etwa die Größe einer Aktentasche haben, begleiteten „InSight“ auf dem Flug zum Mars. Die CubeSats mit den Namen „MarCO-A“ und „MarCO-“B“ verfolgten „InSight“ autonom, führten eigene Kurskorrekturen durch und brachten sich in eine Position, um bei der Landung der Raumsonde Daten zu sammeln und direkt an die Erde weiterzuleiten. 

So wusste man auf der Erde bereits acht Minuten nach der Landung, dass „InSight“ keine Bruchlandung hingelegt hatte. Erst Stunden nach der Landung schickte auch der altgediente Mars-Orbiter „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) Informationen über die Landung zur Erde und erst spät in der Nacht kam die entscheidende Nachricht vom Nasa-Orbiter „Odyssey“: Auch die Solarpaneele haben sich ordnungsgemäß entfaltet und „InSight“ kann Sonnenenergie tanken.

Bei der Mission der kleinen „MarCO“-Satelliten handelte es sich um den Test einer neuen Technologie. Zwar werden CubeSats schon seit einiger Zeit in der Erdumlaufbahn eingesetzt - vor allem Universitäten nutzen sie bisher. Doch außerhalb der Erdumlaufbahn kamen CubeSats bisher nicht zum Einsatz. „Das war ein großer Schritt für unsere kleinen, unerschrockenen robotischen Forscher“, freut sich daher auch der „MarCO“-Projektleiter Joel Krajewski. „CubeSats haben eine große Zukunft außerhalb des Erdorbits und das Team freut sich, der Wegbereiter zu sein.“

Die kleinen Satelliten sind deutlich günstiger als die eigentliche Raumsonde mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten und ermöglichen es, gleichzeitig Daten zu empfangen und an die auf der Erde lauschenden Teleskope des Deep Space Networks weiterzuleiten - eine Sache, die beispielsweise die Mars-Orbiter „MRO“ und „Odyssey“ nicht beherrschen. „Die experimentellen CubeSats haben die Tür für kleinere planetarische Raumsonden geöffnet“, stellt auch der Direktor des Jet Propulsion Laboratory der Nasa, Michael Watkins fest. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn bei den nächsten Missionen zu fremden Welten neben der eigentlichen wissenschaftlichen Mission auch CubeSats zum Einsatz kommen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen