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Mission Mars Express Geisterkrater auf dem Mars

Vier der höchsten Vulkane unseres Sonnensystems stehen auf dem Mars. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt haben die Vulkanregion mit Geisterkratern und erkalteten Lavaströmen fotografiert.

26.10.2009 12:10
Mit der Stereokamera auf Mars Express ist es möglich, aus Aufnahmekanälen digitale Geländemodelle abzuleiten, mit denen die Topographie der Landschaft bildhaft dargestellt werden kann. Foto: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Im Gebiet Tharsis auf dem Mars finden sich vier der höchsten Vulkane im Sonnensystem. Neben dem 24 Kilometer hohen Olympus Mons sind auch die drei Tharsis-Vulkane Ascraeus, Pavonis und Arsia mit Gipfelhöhen von fast 20 Kilometern wahre Giganten.

Bereits im Dezember 2008 machte eine hochauflösende Stereokamera von Bord der Raumsonde Mars Express aus Bilder von Lavaströmen auf dem Roten Planeten. Nun hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Ergebnisse der Auswertung vorgelegt.

Mithilfe der im Dezember 2008 gemachten Bilder, konnten zahlreiche erkaltete Lavaströme des Vulkans Arsia Mons in der sogenannten Daedalia Planum-Ebene abgebildet werden.

Am DLR hatte ein Team unter Leitung des Professors Gerhard Neukum die dafür genutzte Kamera entwickelt. Neukum leitet das Experiment der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die mit einem internationalen Team Vulkane auf dem Mars untersucht.

Kraterregion so groß wie Jamaika

Der abgebildete Ausschnitt aus Daedalia Planum ist ungefähr so groß wie die Karibikinsel Jamaika.Er hat eine Ausdehnung von etwa 150 mal 75 Kilometern und bedeckt eine Fläche von rund 11.250 Quadratkilometern.

Die Lava hat ihren Ursprung an der Südflanke des Vulkans Arsia Mons. Mehrere Ströme konnten von den Forschern mittels der Stereokamera abgebildet werden. Der jüngere Lavastrom zeigt deutliche Fliessstrukturen und sogenannte "Druckrücken".

Diese entstehen, wenn die Lava an den Rändern oder auf der Oberfläche zu erstarren beginnt, unter der erkalteten Decke aber noch fließfähig ist und dadurch die Kruste zu Runzeln zusammenschiebt und aufwölbt.

In einem älteren Lavastrom sind mehr Einschlagkrater zu erkennen, und die Oberfläche erscheint glatter, weil sich im Laufe der Zeit darauf Sand und Staub abgelagert haben.

Besonders aufgefallen sind den Wissenschaftlern zwei parallele, schräg zur Fliessrichtung verlaufende Absenkungen. Diese Strukturen sind auf Gräben zurückzuführen, die sich unter dem Lavastrom gebildet hatten. Die Lavaströme flossen in diese Gräben und füllten sie teilweise oder sogar vollständig auf. Vollständig bedeckte Einschlagkrater, deren Umrisse nur noch schwach erkennbar sind, werden auch "Geisterkrater" genannt.

Zu beobachten, wie existierende Einschlagkrater von Lava angeflutet, gefüllt oder gar vollständig bedeckt wurden, sei für die Forscher besonders interessant, schreibt die DLR in einer Mitteilung. (msa)

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