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"Messenger" Merkur Merkur-Mission endet mit großem Knall

Die Raumsonde "Messenger" erforscht seit gut vier Jahren den Planeten Merkur. Nun ist der Nasa-Sonde der Treibstoff ausgegangen - in wenigen Tagen wird sie auf der Oberfläche des Planeten Merkur aufschlagen und einen großen Krater hinterlassen.

Illustration: So könnte es aussehen, wenn die Raumsonde "Messenger" um den Merkur kreist. Foto: NASA/dpa

Er ist der Erde näher als die meisten anderen Planeten, doch trotzdem wusste man über den Planeten Merkur lange Zeit nicht viel. Zu nah befindet er sich an der Sonne, zu schwierig ist es, eine Sonde in die unwirtliche und heiße Umgebung des Merkurs zu schicken. Drei Vorbeiflüge der Nasa-Sonde "Mariner 10" hatte es in den Jahren 1974 und 1975 gegeben, dabei wurden etwa 45 Prozent der Planetenoberfläche kartiert. Auf den Bildern ist zu erkennen, dass die Oberfläche des Merkurs mit Kratern übersät ist.

Die Nasa-Raumsonde "Messenger" ("MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry, and Ranging") sollte den Planeten weiter erkunden. Im Jahr 2004 startete die Raumsonde in Richtung Merkur, wo sie etwa sechseinhalb Jahre später, im März 2011 in die Umlaufbahn des Planeten einschwenkte. Die Primärmission: ein Jahr lang den Merkur umrunden und in dieser Zeit möglichst viele Daten sammeln und zur Erde schicken. Zwei Mal wurde die Mission seitdem verlängert, "Messenger" hat die Oberfläche des Merkurs kartiert und zahlreiche Daten zur Analyse zur Erde geschickt. "Erstmals haben wir echtes Wissen über den Planeten Merkur, einen faszinierenden Ort in unserem vielfältigen Sonnensystem", freut sich John Grunsfeld, Associate Director des Nasa Science Mission Directorate.

Doch es war von Anfang an klar: So erfolgreich die Mission auch ist, irgendwann wird sie zu Ende gehen - spätestens dann, wenn der Treibstoff zur Neige geht. Das ist nun geschehen. Am 24. April wurde das letzte Manöver durchgeführt, ein letztes Mal wurde dabei die Umlaufbahn der Raumsonde korrigiert, um das unvermeidliche Ende, den Aufprall auf der Oberfläche des Merkur noch etwas hinauszuzögern. Nun ist "Messenger" den physikalischen Kräften ausgesetzt und wird in den nächsten Tagen von der Schwerkraft der Sonne in Richtung Merkur gezogen.

Wenn die Berechnungen der US-Raumfahrtorganisation Nasa korrekt sind, wird die Raumsonde am 30. April mit einer Geschwindigkeit von 3,91 Kilometern pro Sekunde auf dem Merkur einschlagen. Dabei soll nach Angaben der Nasa ein 16 Meter großer Krater entstehen. Den Einschlag selbst kann man von der Erde aus nicht sehen: Aufgrund der Nähe des Merkurs zur Sonne ist es schwierig, den Planeten von der Erde aus zu beobachten. Auch das Weltraumteleskop "Hubble" kommt nicht in Frage: Der Blick in Richtung Sonne könnte das Teleskop, das seit 25 Jahren im All ist, beschädigen. Und selbst wenn man den Merkur besser beobachten könnte: Der Aufprall wird auf der von der Erde abgewandten Seite des Planeten stattfinden.

Bei der Nasa ist man über das bevorstehende Ende von "Messenger" nicht traurig. "Obwohl die Arbeit der Sonde beendet wird, feiern wir 'Messenger' als eine überaus erfolgreiche Mission", erklärt Grunsfeld. Nun werde man die Daten analysieren und "die wissenschaftlichen Geheimnisse von Merkur enthüllen", führt Grunsfeld weiter aus.

Und das Interesse am Merkur reißt nicht ab: Im Jahr 2017 soll die Raumsonde "BepiColombo", eine Kooperation zwischen der europäischen Raumfahrtorganisation ESA und der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA zum Merkur aufbrechen. Vielleicht schickt sie dann Bilder des Kraters zur Erde, der durch den Aufprall der Raumsonde "Messenger" entsteht.

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