Lade Inhalte...

Mars Wie es mit dem Mars-Rover „Opportunity“ weitergeht

Seit mehr als zwei Monaten ist der Mars-Rover „Opportunity“ stumm. Nun gibt die Nasa bekannt, wie die weiteren Schritte aussehen und wann der Rover aufgegeben wird.

"Opportunity"
Schattenporträt von "Opportunity", aufgenommen im Jahr 2014. Foto: NASA/JPL-Caltech

Seit dem 10. Juni ist der Mars-Rover „Opportunity“ stumm. Er steht auf dem roten Planeten an einer Stelle namens Perseverance Valley, umhüllt von einem Staubsturm, der den Himmel verdunkelt und ihn daran hindert, seine Batterien wieder aufzuladen. Doch langsam lichtet sich der Dunst, der Staubsturm lässt nach und lässt das Team, das den Rover betreut, auf eine Kontaktaufnahme hoffen. „Die Sonne schaut durch den Dunst über dem Perseverance Valley und bald wird ‚Opportunity‘ genug Sonnenlicht bekommen, um seine Batterien wieder aufzuladen“, gibt sich „Opportunity“-Projektmanager John Callas optimistisch.

Wenn das Tau-Level - eine Einheit, die die Anzahl der Staubpartikel in der Mars-Atmosphäre misst - unter 1,5 fällt, wollen die Nasa-Wissenschaftler wieder aktiv versuchen, mit dem Rover zu kommunizieren. Dazu sollen Kommandos über das Deep Space Network (DSN) der Nasa zum Mars geschickt und auf Antworten gelauscht werden. „Bekommen wir eine Antwort von ‚Opportunity‘, beginnen wir damit, seinen Status zu ermitteln und den Rover wieder online zu bringen“, erklärt Callas.

Der Zustand des Rovers ist nicht bekannt, die Experten gehen davon aus, dass er sich abgeschaltet hat, weil er seine Batterien aufgrund des fehlenden Sonnenlichts nicht mehr aufladen konnte. Sie hoffen, dass es auf dem Mars nicht zu kalt wurde für die empfindlichen Instrumente des Rovers. „Wenn wir nach 45 Tagen keine Reaktion des Rovers bekommen, wird das Team gezwungen sein, davon auszugehen, dass der Rover sich nicht mehr erholen wird“, erklärt Callas. Dann werde die Phase, in der man aktiv versuche, „Opportunity“ zu erreichen, beendet. „Wir werden in diesem Fall aber mehrere Monate lang weiter passiv nach ‚Opportunity‘ lauschen“, betont der Projektmanager.

Dass die Forscher so lange weiter passiv nach Signalen lauschen wollen, liegt auch an einem Mars-Phänomen: 2004 hatten die Forscher festgestellt, dass die Energielevel der Zwillingsrover „Spirit“ und „Opportunity“ über Nacht plötzlich unerwartet um mehrere Prozent anstiegen, obwohl sie eigentlich hätten abfallen sollen. Es stellte sich heraus, dass Staubhosen - vom Wind aufgewirbelter Staub - die Solarpanele gesäubert hatten.

Wenn „Opportunity“ nach 45 Tagen nicht geantwortet hat, hoffen die Forscher auf dieses Phänomen, das von mehreren Rovern auf dem Mars beobachtet und sogar gefilmt wurde. Denn es kann sein, dass die Solarpanele von „Opportunity“ vom Staub bedeckt sind und der Rover aus diesem Grund nicht genug Sonnenlicht abbekommt.

Die Situation sei kritisch, doch das Rover-Team „vorsichtig optimistisch“, heißt es bei der Nasa. „Opportunity“ habe in seinen gut 14 Jahren auf dem roten Planeten bereits mehrere große Herausforderungen gemeistert. Unter anderem funktioniert der Speicher des Rovers nicht mehr, sodass er seine gesammelten Daten zügig zur Erde schicken muss. „Das Team weiß, dass alles am Rover weit über der Garantiefrist ist“, betont die Nasa. Die Mission der Zwillingsrover „Spirit“ und „Opportunity“ war für jeweils 90 Tage ausgelegt. Beide landeten im Januar 2004 auf dem Mars. „Spirit“ hat 20 Mal länger durchgehalten als geplant, „Opportunity“ hat es bisher 60 Mal länger als geplant auf dem roten Planeten ausgehalten. 

„Wir hoffen, dass unser beharrlicher Rover seine Füße noch einmal aus dem Feuer ziehen kann“, sagt Callas. „Wenn er es schafft, werden wir da sein und ihn hören.“ Wenn er es nicht schafft, verbleibt der Nasa ein weiterer Rover auf dem Mars: „Curiosity“ ist nicht von Sonnenenergie abhängig und war von dem Staubsturm nicht betroffen. Im November soll der nächste Nasa-Rover die Mars-Flotte ergänzen: Am 26. November soll mit „InSight“ ein Lander auf dem Mars ankommen, der das Innere des roten Planeten erforschen wird.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen